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Broock / Benzin Ärger mit Baustelle und Umleitung

Von Alexander Fischbach | 02.07.2020, 18:02 Uhr

Sperrung der B 191 und Umleitungen sorgen für Unmut der Anwohner

Einen großen Umweg muss derzeit Randolf Beck nehmen, wenn er zu seinem Arbeitsplatz will. Er ist Betreiber des Strandbades am Kritzower See unweit von Broock. Da die Bundesstraße zwischen Lübz und Plau wegen Bauarbeiten derzeit gesperrt ist, fährt er über die Dörfer. Das kostet täglich einiges an Zeit. „Ich merke das auch an den Besuchern des Strandbades“, sagt er. „Die Touristen kommen - und auch die Leute von weiter weg, zum Beispiel aus Parchim.“ Weniger kämen zur Zeit aus der näheren Umgebung. Den Grund sieht er in der Vollsperrung der Bundesstraße 191 in der Ortsdurchfahrt Broock.

Unmut wegen Sperrung und Umleitung

Dieses Verkehrshindernis hat bei ihm und auch bei anderen Anliegern zu einigem Unmut geführt. Da gibt es zum Beispiel den Kutscherhof. Der Betreiber des Gasthofs, Harri Minkus, hat auch weniger Kundschaft zu verzeichnen. „Zuerst hatten wir Corona, jetzt haben wir auch noch diese Baustelle.“ Die Gäste, so sagt er, fühlten sich von den Bauarbeiten gestört. Die durchgängige Frage aller Anlieger ist, weshalb gerade in der Touristensaison mit der Vollsperrung begonnen worden ist. Bauarbeiten hätten ja schon vorher stattgefunden.

Ortskundige nutzen Schleichwege

Kleine Alleen, die die umliegenden Ortschaften verbinden, werden inoffiziell als Umleitung genutzt. Hier entstehen große Probleme für die Anwohner. „Auch in Ortsdurchfahrten, wie hier in Benzin, halten sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung“, sagt Ernst Engländer, Geschäftsführer und Museumsleiter der Ziegelei Benzin. Gerade jetzt zu Beginn der Erntezeit kann es dort für schnell fahrende Autos zu gefährlichen Begegnungen mit Traktoren und auch Lastwagen kommen, die nicht den Umweg über Goldberg nehmen.

Ziegelei Benzin fühlt sich überkontrolliert

Ein solcher Schleichweg ist auch die Zufahrt zur historischen Ziegelei. Hier haben die Straßenverkehrsbehörde und die Polizei reagiert. Sie gestattet nur noch Anliegerverkehr, dieser wird massiv kontrolliert. Beinahe jeden Tag sind Beamte vor Ort. Allerdings bereitet dies Besuchern der Ziegelei Benzin und des angeschlossenen Cafes sowie dem Betreiber des Hundegeländes „Dog Valley" Schwierigkeiten. „Die Besucher werden regelrecht abgeschreckt“, findet Geschäftsführer Andreas Ziemann. Auch er habe schon mehrfach Kontakt zur Polizei gehabt und viele Diskussionen geführt. Teilweise sei es sogar so, dass die Beamten ganze Reisebusse nicht durchlassen wollten.

Plan: Einspuriger Verkehr auf B 191 Anfang August

Das Tiefbauamt Lübz, das an den Sanierungsarbeiten an der Straße beteiligt ist, sagt, dass die Bundesstraße ab Anfang August teilweise wieder befahrbar sein soll. Einspurig werden dann mit Ampelanlage der Verkehr wieder auf der B 191 erfolgten. „Die Straße an sich war sehr marode, und bei Untersuchungen im Vorfeld haben wir feststellen müssen, dass teilweise der Untergrund neu verdichtet werden muss“, sagt Susanne Richter, die Mitarbeiterin des Tiefbauamtes im Amt Eldenburg-Lübz ist. „Diese Unwägbarkeiten im Tiefbau haben zu einer Bauverzögerung geführt. Außerdem gab es coronabedingte Lieferschwierigkeiten mit Asphalt.“

Bereits im vergangenen Jahr war damit begonnen worden, die Straßenentwässerung zu erneuern. Im jetzigen Bauabschnitt sind noch Kanalrohre gezogen, die Borde befestigt und der parallel verlaufende Graben neu ausgehoben worden. Die Erneuerung der Straßendecke werde in nächster Zeit erfolgen. Bis dahin bittet das Amt bei allem um Verständnis, für die Beeinträchtigungen, die die Bauarbeiten auslösen. „Sicher ist der Umweg über Goldberg nach Plau zu gelangen recht groß, gerade aber das sei die am besten ausgebaute Strecke“, gibt Susanne Richter zu bedenken.

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