Glück im Unglück bei Trucker-Panne

Der Beinah-Katastrophe entkommen: Jane Wulf aus Heiddorf zeigt ein Foto, das sie für die Versicherung angefertigt hat. Deutlich sieht man das abgerissene Rad neben ihrem demolierten Peugeot 207. Die 42-Jährige ist heilfroh, dass der Truck rechtzeitig zum Stillstand kam und  nicht ihren Imbiss überrollte. Thorsten Meier
Der Beinah-Katastrophe entkommen: Jane Wulf aus Heiddorf zeigt ein Foto, das sie für die Versicherung angefertigt hat. Deutlich sieht man das abgerissene Rad neben ihrem demolierten Peugeot 207. Die 42-Jährige ist heilfroh, dass der Truck rechtzeitig zum Stillstand kam und nicht ihren Imbiss überrollte. Thorsten Meier

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07. Februar 2010, 07:44 Uhr

Heiddorf/Ludwigslust | An den 27. Januar dieses noch jungen Jahres erinnert sich Jane Wulf nur ungern. Erlebte die 42-Jährige an diesem Mittwoch doch etwas, das sie bis dato nur von Schreckensbildern aus dem Fernsehen und der Sensationspresse kannte.

"Gegen 12.15 Uhr gab es auf der Straße einen mordsmäßigen Knall. Dann quietschte es. Einer meiner Mittagskunden meinte dann zu mir, dass es wohl mein Auto erwischt habe", erzählt die Inhaberin einer örtlichen Imbiss-Stube an der B 191. Als sie rausgeht, um nachzusehen, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen. Die linke Seite ihres blauen Peugeot 207 ist völlig demoliert. Nur etwa 50 Zentimeter entfernt liegt ein riesiges Lkw-Rad. Ein Stück dahinter hat der Trucker aus Celle seinen Laster gerade noch zum Stillstand bekommen. Offensichtlich ein technischer Defekt hat ihm ein Rad von der Achse gerissen.

"Mir ist richtig schlecht geworden, als ich das gesehen habe", denkt Jane Wulf zurück. Sie mag sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Fahrer das tonnenschwere Gefährt hätte nicht mehr abbremsen können.

"Der hätte mir glatt den Imbiss samt Kundschaft zusammengeschoben", mutmaßt die junge Frau, die froh ist, dass der Besucheransturm um diese Zeit etwas pausiert hatte.

Nachfragen beim Polizeirevier Ludwigslust ergaben, dass das Radlager des Lkw heißgelaufen war. "Deshalb ist es schließlich abgerissen und über den gesamten Parkplatz gerollt", sagt Stephanie Naedler vom Polizeirevier Ludwigslust. Und betont, dass Jane Wulf wohl sehr viel Glück gehabt habe. "Der Laster hätte, wenn er nicht zum Stillstand gekommen wäre, vermutlich einen schlimmen Schaden verursacht."

Zwar ist es im Landkreis Ludwigslust bisher noch nicht möglich, was die Polizeidirektion Lüneburg praktiziert, sie spürt LKW-Schäden nämlich mit Wärmebildkamera auf, dennoch gehen die verstärkten technischen Kontrollen der Ludwigsluster Beamten des letzten Monats genau in diese Richtung.

275 mal haben die Beamten auf der B 5 zwischen Vellahn und Boizenburg im Januar mit der Kelle die Laster herausgewunken. Ihr Auftrag: die Brummikontrolle. Reifen, Bremsen, Hydraulik, die Ladung und die Pausen des Fahrers wurden unter die Lupe genommen. Bei 41 Lastwagen kontrollierte die Polizei auch die Geschwindigkeit.

"Sechsmals wurde innerorts bis 20 Stundenkilometer, zweimal sogar bis 30 Stundenkilometer zu schnell gefahren. 32 Mal haben wir außerorts Tempoüberschreitungen bis 20 Stundenkilometern und zehnmal bis 30 Stundenkilometern gemessen", berichtet Ingo Renk, Leiter der Polizeiinspektion in Ludwigslust. 14 Verstöße gegen die Gurtpflicht, 16 Lenkzeitüberschreitungen, sechs Fälle von fragwürdiger Ladungssicherheit, neun Fälle von technischen Mängeln, insbesondere an Bremsen, Reifen und Beleuchtung, vier überfällige Hauptuntersuchungen sowie ein Vorfall zum Gefahrengutrecht hätten die Kontrollen außerdem ergeben, führt der Polizeioberrat bei seiner Zusammenfassung weiter aus. "In einem Fall war sogar eine elf Kilo schwere Propangasflasche ungesichert transportiert worden. Nicht auszumalen, was passiert, wenn das Gas entwichen wäre", schüttelt Renk verständnislos den Kopf.

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