zur Navigation springen
Lokales

20. November 2017 | 03:02 Uhr

Glaswand bietet Schutz und Sicht

vom

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2010 | 08:10 Uhr

Warnemünde | Die Mauer am südlichen Alten Strom zwischen Bahnhofsbrücke und Zollamt soll durch ein neues Bauwerk, das vor Sturmfluten wirkungsvoll schützen soll, ersetzt werden. Der Leiter des zuständigen Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg, Hans-Joachim Meier, wird das überarbeitete Projekt bei der Sitzung des Ortsbeirates am Dienstag, 2. November, vorstellen.

Die bestehende, alte Stahlbetonwand dient bereits als Sturmflutschutz. Diese Ufermauer am südlichen Strom soll aber nicht nur die angrenzenden Fischerhäuser vor möglichem Hochwasser bewahren. Vielmehr muss sie Teil eines komplexen Sturmflutschutzsystems werden, das Warnemünde künftig vor Überflutungen von der Warnowseite her sichern soll. Ein Teil dieses Sturmflutschutzsystems wird derzeit bei der Baumaßnahme "Öffentlicher Personennahverkehr-Verknüpfungspunkt Warnemünde Werft" als erhöhter Straßendamm hergestellt. Darüber hinaus wird das Schutzsystem in einem weiteren Bauabschnitt bis nach Groß Klein geführt, wo die neue Trasse ein ausreichend hohes Gelände einbindet. Das gesamte System wird nach heutigen Maßstäben geplant.

Die alte Betonwand aus den späten 1960er-Jahren mit dem gepflasterten Deckwerk ist diesen strengen Anforderungen nicht mehr gewachsen, da sie nicht hoch genug ist, um auch die sehr schweren Sturmfluten bis zum Bemessungshochwasser von 2,95 Meter über Normalhöhen aufzuhalten. Wie die Fachleute einschätzen, wäre die alte Ufermauer solch enormen Belastungen nicht gewachsen. Folglich ist ein Ersatz unbedingt erforderlich. Doch darüber, wie dieser aussehen soll, wurde in der Vergangenheit immer wieder diskutiert und gestritten. Auf einer Ortsbeiratssitzung im Juni 2009 haben Bürger sogar die Notwendigkeit eines Neubaus angezweifelt und von unnötigen Ausgaben gesprochen. Vor allem aber die etwa drei Meter hohe Betonmauer, die die Sicht versperren würde, stand in der Kritik. Im Oktober vergangenen Jahres forderte Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) Nachbesserungen für das Bauwerk in diesem sensiblen Seebad-Bereich sowie Abstimmungen mit städtischen Ämtern.

Das Landwirtschafts- und Umweltamt hat die vergangenen Monate genutzt und an dem Projekt intensiv weitergearbeitet. "Wir haben alle Kritikpunkte berücksichtigt. Vor allem wollen wir nun die Mauer flacher gestalten als zunächst geplant, in dem wir Glaselemente nutzen. Auch die Sichtachse ist verbessert worden", sagt Amtsleiter Hans-Joachim Meier. Die neue Wand, bestehend aus mehr als 40 Millimeter starkem, modernstem Sicherheitsglas. Fest gegründet auf einer neuen Betonkonstruktion, wird sie die alte Ufermauer und das Deckwerk ersetzen. Durch den Wegfall des Deckwerkes entsteht eine deutlich besser nutzbare Fläche, die auch den Zugang zum Wasser erleichtert, wobei das Flair und die Beschaulichkeit der ruhig gelegenen Wohnstraße Am Strom erhalten bleiben. Nach einer Gesprächsrunde mit Vertretern städtischer Ämter sieht Meier der Ortsbeiratssitzung gelassen entgegen. "Wir müssen die Anforderungen an den Hochwasserschutz erfüllen. Dennoch sind wir auf die Hinweise der Bürger eingegangen", betont der Amtsleiter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen