Glashäger gehen die Pfandflaschen aus

<strong>Hohe Temperaturen und durstige Kunden</strong> bescheren Marketingleiter Mathias Gersonde immer mehr leere Getränkekisten.<foto>Rebekka Poesch</foto>
Hohe Temperaturen und durstige Kunden bescheren Marketingleiter Mathias Gersonde immer mehr leere Getränkekisten.Rebekka Poesch

svz.de von
22. Juli 2010, 07:18 Uhr

Bad Doberan | Dem Getränkehersteller Glashäger Brunnen GmbH in Bad Doberan gehen die Mehrwegflaschen aus. Grund ist die erhöhte Getränkenachfrage in diesem heißen Sommer. Jetzt ruft das Unternehmen die Verbraucher dazu auf, ihr Leergut beim nächsten Einkauf im Supermarkt zurückzubringen. "Denn wenn jeder Kunde zwei oder drei Kisten mit leeren Flaschen bei sich zu Hause im Keller stehen hat, summiert sich das", sagt Marketingleiter Mathias Gersonde. Wertvolle Plastik- und Glasflaschen, die sonst in Bad Doberan wieder gereinigt und befüllt werden könnten, fehlen.

Um Lieferengpässe zu vermeiden, hatte Glashäger sein Blocklager bereits vor drei Jahren erweitert und im Frühjahr auf 4,5 Millionen Flaschen aufgestockt - ein Puffer, um extreme Saisonspitzen abfedern zu können. Außerdem kaufte der Getränkehersteller Ende Juni noch einmal 450 000 umweltfreundliche Plastik-Flaschen dazu. "Es wird also keiner verdursten", sagt Gersonde. "Dennoch kann es sein, dass die eine oder andere Sorte im Getränkehandel nicht permanent verfügbar ist." So gebe es seit dieser Woche bei einigen Randsorten Lieferschwierigkeiten.

Nachfrage steigt bei hohen Temperaturen

Im Vergleich zum Juli 2009 ist der Getränkeabsatz des Unternehmens in diesem Sommer um mehr als ein Drittel gestiegen. Deshalb füllen die Mitarbeiter in Bad Doberan seit der vergangenen Woche von Montag bis Sonnabend rund um die Uhr in drei Schichten ab. Darüber hinaus gibt es eine Urlaubssperre. "Alle Kollegen müssen mit anpacken. Unser Hof steht voll mit Lastwagen, die Getränkekisten abholen wollen", so der Prokurist. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad steige die Nachfrage rapide an, vor allem bei Durstlöschern wie Mineralwasser- und Mineralwasser-plus-Frucht-Produkten. Bei Limonaden sei der Bedarf in der heißen Zeit hingegen weniger extrem.

Glashäger hat seinen Sitz seit mehr als 100 Jahren in Bad Doberan. Seit 2005 gehört die Firma, die vor allem für Mecklenburg-Vorpommern produziert, zur Gruppe des hessischen Familienunternehmens Hassia und füllt zusätzlich die Diät-Limonade "Deit" sowie die Kultcola "Vita Cola" für den Nordosten Deutschlands ab.

60 Prozent der 60 Millionen Flaschen, die der Getränkehersteller pro Jahr verkauft, werden im Sommer abgesetzt. "In dieser Jahreszeit ist unser Geschäft überproportional", sagt Gersonde. Dazu tragen neben den hohen Temperaturen auch die Touristen bei, die während ihres Urlaubs in Mecklenburg-Vorpommern Getränke konsumieren. "Einen Rekord-Sommer wie diesen hatten wir zum letzten Mal im Jahr 2003", so der Marketingleiter.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen