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Lokales

25. September 2017 | 17:25 Uhr

Glasewitz: Solarpark auf alter Mülldeponie

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erstellt am 14.Okt.2010 | 07:21 Uhr

Glasewitz | Der Landkreis Güstrow übernimmt bei erneuerbaren Energien immer mehr eine Vorreiterrolle in Mecklenburg: Neben der weltweit modernsten Biogasanlage in Güstrow und dem in Lohmen geplanten Erdwärme-Kraftwerk ist jetzt auf einer ehemaligen Mülldeponie zwischen Glase witz und Spoitgendorf ein riesiger Solarpark entstanden. Mit der rund 1,7 Hektar großen Fotovoltaik-Freiflächenanlage, bestehend aus mehr als 11 000 einzelnen Modulen, sollen jährlich 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom eingespeist werden. Bis zu 400 Haushalte werden damit versorgt.

Mit dem neu errichteten Solarpark ist der Landkreis Güstrow als Eigentümer der ehemaligen Hausmülldeponie Glasewitz eine Altlast los geworden. Der Investor, die Solmotion GmbH aus Westensee bei Kiel, hat das Gelände vom Kreis gepachtet. Solmotion hat fast fünf Millionen Euro in den Solarpark investiert und betreibt die Anlage technisch und kaufmännisch. "Wir freuen uns, dass der Standort nicht weiter brach liegt. Ehemalige Deponien sind nur schwer verwertbar. Deshalb ist es gut, dass wir einen Investor gefunden haben, der sein Projekt schnell umgesetzt hat", sagt Burkhard Krause, Leiter des Amtes Straßenbau und Verkehr im Landkreis. Der Solarpark entstand in nur einem Monat, von Ende Mai bis zum 30. Juni.

Michael Volz, Geschäftsführer von Solmotion, lobt die gute Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung bei der Umsetzung des Projektes. Das Unternehmen baut große Dach- und Freilandsolaranlagen vor allem in Norddeutschland. Der Solarpark Glasewitz ist die zweite und bisher größte Anlage von Solmotion in MV. Die erste steht auf einer ehemaligen Mülldeponie in Blankenberg. "Unsere Philosophie ist es, Solarparks auf so genannten Konversionsflächen zu errichten, die sonst anderweitig nicht genutzt werden können. Wir wollen keine Acker- oder anderweitig wertvolle Flächen dafür nutzen", so Michael Volz. Eine Mülldeponie biete sich deshalb an. Auch wenn es im Norden weniger Sonne als im Süden gebe, rentiere sich der Bau solcher Anlagen hier, da die Preise für Solarmodule gesunken seien. "Zudem haben wir Dünnschichtmodule verwendet, die gegenüber den kristallinen Modulen einen höheren Wirkungsgrad auch bei indirekter Sonnenstrahlung, also bei diffusem Licht, haben", so Volz. Der seit September im Solarpark Glasewitz produzierte Strom wird in das Wemag-Netz eingespeist.

Lange hatte der Landkreis nach Lösungen gesucht, wie mit der 1997 stillgelegten Hausmülldeponie umzugehen sei. Bis 2005 wurde das Gelände für 4,8 Millionen Euro aufwendig gesichert und renaturiert. Noch bis Mitte des Jahres wurde hier Deponiegas abgesaugt und verwertet. Doch die Gasmengen wurden immer geringer, so Burkhard Krause.

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