Gläserner Blick bis in den Keller

<strong>Baustelle Museum:</strong> Bei laufendem Betrieb wird die Einrichtung neu gestaltet.
Baustelle Museum: Bei laufendem Betrieb wird die Einrichtung neu gestaltet.

svz.de von
21. Juli 2010, 07:18 Uhr

Perleberg | Seit Dezember haben im Museum die Handwerker wieder das Sagen. Funktionsgerecht und barrierefrei soll es umgestaltet werden und in diesem Zusammenhang sollen natürlich auch die einzelnen Ausstellungen ein neues Outfit erhalten.

Der erste Abschnitt umfasste den Bereich Mönchort 11. In den oberen Etagen des Hauses lagerte bis dato museales Schriftgut, unten gab es eine kleine Werkstatt. Und auch unterkellert ist ein Teil des Gebäudes, allerdings wurde jener nicht genutzt. Im Februar bot dann das Fachwerkhaus einen freien Blick vom Keller bis ins Dachgeschoss, die Decken wurden entfernt und sämtliche Wände folgten. "Denn die Tragfähigkeit für den hier gelagerten Fundus war bereits grenzwertig", erläuterte Klaus-Dieter Gerloff, zuständiger Mitarbeiter Hochbau im Bauamt der Stadt, die Situation, die sich damals bot.

Statt des alten Ziegelpflasters im Keller wurde inzwischen eine Stahlbetonsohle eingebaut und auch die Decken sind nun aus Stahlbeton. Dadurch habe man eine aussteifende Wirkung erzielt, wie der Fachmann sagt, und zugleich die notwendige Tragfähigkeit für die Lasten des Fundus. Denn künftig solle hier das komplette Schriftgut des Museums seinen Platz finden. Über eine Stahltreppe wird man in die einzelnen Geschosse gelangen, war aus dem Bauamt zu

erfahren.

Rund 113 000 Euro wird die Herrichtung dieses Gebäudes kosten. Darin enthalten ist auch eine Verbindung der Keller dann durchgehend von Mönch ort 7 bis 11. Ebenso wird es einen Durchgang im Erdgeschoss geben.

Inzwischen künden Staubfänge im Museum längst davon, dass die Baustelle immer näher gerückt ist, die Handwerker im eigentlichen Museum, sprich in den Mönchort 7 bis 10, am Wirken sind. Vom Eingang aus gesehen ist aber nur der linke Teil Baustelle, erläutert Klaus Röpke, zuständiger Architekt. Ziel ist es, die Räumlichkeiten so herzurichten, dass sie auch von Rollstuhlfahrern besucht werden können. Die Rede ist von behindertenfreundlich, denn ein Altbau habe seine Tücken. So versucht man hier über Rampen Bürgern mit Handicap den Zutritt zu gewähren. Zudem werden schon in der nächsten Wochen die Vorbereitungen getroffen für den Einbau eines Aufzugs, damit jene auch in das Obergeschoss gelangen können. Die Submission für den Fahrstuhl ist gerade abgeschlossen, wurde auf der Bauberatung am Dienstag verkündet.

Ein besonderer Blickfang wird nach der Sanierung die Besucher in diesem Museumsbereich erwarten. In den ersten beiden Räumen werden Glasausschnitte in den Boden eingelassen. Durch sie kann man dann Mitarbeitern, die in den Kellerräumen beispielsweise neue Ausgrabungsfunde begutachten, bei der Arbeit zuschauen oder selbst Teile des archäologisches Fundus, der im Keller gelagert ist und dann entsprechend angestrahlt wird, in Augenschein nehmen.

Etwas ganz Besonderes hält der dritte Raum parat, wo sich vom Keller bis zum Obergeschoss alles um das Königsgrab Seddin drehen wird. Statt einer Decke wird es hier auf zwei Ebenen eine umlaufende Balustrade geben. Hölle (im Keller), Leben (im Erdgeschoss), Himmel (im Obergeschoss), so umschreibt Diplomarchäologe Günther Seier das hier Entstehende.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen