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Leitung der Gastrasse wächst täglich um 500 Meter : Giganten leisten Präzisionsarbeit

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Ein Rohr hat 18 m, einen Durchmesser von 1,4 m und wiegt 15 t. So kommen diese Riesen aber nicht unter die Erde. Sie werden zu zwei Kilometer langen Strängen zusammengeschweißt, bevor diese abgesenkt werden.

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erstellt am 02.Jun.2011 | 07:05 Uhr

Sülstorf | "Wie man sich bettet, so liegt man." Diese Volksweisheit bezieht sich auf die nächtliche Ruhe eines Menschen. Doch die Spezialisten der italienischen Firma Bonatti an der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) arbeiten auch nach diesem Prinzip: Sie bringen südlich von Schwerin Stück für Stück die Erdgasleitung in ihr unterirdisches Bett, damit im Herbst 2012 russisches Erdgas über die Ostseepipeline bis Greifswald und dann quer durch Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen bis zum Großspeicher in Rehden fließen kann.

Ein Rohr ist 18 Meter lang, hat einen Durchmesser von 1,4 Metern und wiegt 15 Tonnen. Doch so kommen diese Riesen nicht unter die Erde. Sie werden zu bis zu zwei Kilometer langen Strängen zusammengeschweißt, bevor diese abgesenkt werden. Das geht nur mit Hilfe von gigantischen Maschinen. Bis zu zehn Seitenbäume nehmen die Pipeline abschnittsweise auf und legen die Leitung vorsichtig in den bis zu drei Meter tiefen Graben. Darin werden die Stahlrohre tatsächlich eingebettet: Beim Absenken wird darauf geachtet, dass sich die Leitung nicht zu stark neigt, dass die Arbeitsschritte in einem Zuge - aber gemächlich vonstatten gehen. Und wenn unten im Graben noch ein Stein entdeckt wird, holt ein Bauarbeiter den mit Hilfe einer langen Harke heraus. "Der Stein könnte die Leitung beschädigten", erläutert Giacomo Negroni von Bonatti.

So um die 500 Meter der Erdgasleitung verlegen die Bauleute pro Tag. Vor zwei Wochen ging es damit bei Banzkow los. Der Tross ist nun gen Westen unterwegs. Er hat bereits Sülstorf erreicht.

Der Graben wird danach mit der ausgebaggerten Erde wieder aufgefüllt, der Mutterboden kommt oben drauf. Fertig sind die Leitungsbauer damit aber noch lange nicht, auch wenn das auf dem freien Feld so aussieht. Straßen, Bahngleise, Gräben müssen unterquert werden. Das erledigen die Bauleute später. Die komplette Trasse bleibt ohnehin noch bis 2012 Baustelle. Erst wenn die Pipeline komplett fertig ist und die Druckprüfung durchgeführt wurde, dürfen Landwirte diese Flächen wieder bestellen, betont Thomas Wagner von der Wingas-Presseabteilung.

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