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Lokales

20. September 2017 | 15:04 Uhr

Gift-Alarm: 280 Schüler evakuiert

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2010 | 05:58 Uhr

Reutershagen | Mit Chemikalienschutzanzügen, Atemschutzmasken und Dekontaminationszelten sind Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst gestern morgen zum Gymnasium Reutershagen ausgerückt. Der Fund eines offenbar gesundheitsgefährdenden weißen Pulvers auf dem Schulhof hatte den Großeinsatz ausgelöst. Die Schule wurde sofort evakuiert und geschlossen. Der Hausmeister und zwei Polizeibeamte, die in Kontakt mit den weiß-bläulichen Kristallen gekommen waren, hatten über Hautreizungen geklagt. Sie wurden zunächst unter Quarantäne gestellt und später aufwändig dekontaminiert, während Experten mit der Untersuchung von Proben des Pulvers begannen. Stunden später stand fest: Bei der zunächst unbekannten Substanz handelte es sich um Pulver aus einem Feuerlöscher.

Gestern Morgen gegen 7 Uhr entdeckt der Hausmeister der Schule auf seinem Rundgang ein weißes Pulver auf dem Schulhof. Es liegt verstreut über eine Fläche von etwa 20 Quadratmetern. "Er wollte es mit einem Besen zusammenfegen. Dabei stellte er eine eigentümlich bläuliche Färbung des Pulvers fest und bemerkte ein pelziges Gefühl auf seiner Zunge", sagt Monika Klaus, Sprecherin der Feuerwehr.

Toxikologen der Uniklinik untersuchen die Substanz

Dann geht alles schnell: Die Schule alarmiert Polizei und Feuerwehr, Minuten später sind zwei Polizeibeamte vor Ort. Kurz darauf treffen auch Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ein. Mit ihren Chemikalienschutzanzügen nähern sie sich dem Hausmeister und den beiden Polizisten. "Die drei Personen, die mit dem Pulver in Kontakt gekommen waren, mussten im Dekontaminationszelt vorsichtig mit Wasser abgesprüht werden. Damit verhindern wir, dass sie die eventuell giftigen Stoffe weitertragen", sagt Klaus. Andere Feuerwehrmänner - ebenfalls in blauen Spezialanzügen - nehmen sofort Proben von der Substanz. In luftdicht verschlossenen Gefäßen bringen sie den Stoff in das Institut für Toxikologie der Universitätsklinik. Hier beginnen Chemiker damit, die Art und Herkunft des Materials zu untersuchen.

Inzwischen ist es kurz vor Schulbeginn. In der Reutershäger Bonhoefferstraße sammeln sich Schüler vor dem Haupteingang des Gymnasiums. Schulleitung und Brandschutz- und Rettungsamt haben bereits entschieden: Sie dürfen nicht hinein. Die Jugendlichen der Klassenstufen 7 bis 9 werden in das zweite Gebäude des Gymnasiums in der Mathias-Thesen-Straße gebracht. Für die zehnten und elften Klassen fällt der Unterricht aus. Insgesamt sind 280 Gymnasiasten betroffen. "Mir war sofort klar, dass es hier um etwas Ernstes geht", sagt der Elftklässler Danny Maudanz, der auf dem Schulweg schon von Weitem das enorme Polizei- und Feuerwehraufgebot sieht. "Bei einer Übung war hier noch nie so viel los." Insgesamt sind 15 Polizisten und 37 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst an der Schule.

Auch zwei Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes sind nach Reutershagen geeilt. Sie entscheiden darüber, wie lange das Gebäude gesperrt bleibt. Am frühen Nachmittag liegt ihnen, der Polizei und dem Brandschutz- und Rettungsamt das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung aus der Uniklinik vor: Bei dem weißen Stoff handelte es sich um Löschpulver aus einem Feuerlöscher. Mit diesem Wissen kann die Feuerwehr mit der fachgerechten Entsorgung des Stoffes beginnen und den Schulhof reinigen. "Je nach Konzentration kann der Kontakt mit Löschpulver zu Irritationen der Haut und Schleimhäute führen", sagt Markus Schwarz, Leiter des Gesundheitsamtes. Wie er gestern mitteilte, soll der Unterricht für alle Schüler des Gymnasiums Reutershagen ab Montag wieder planmäßig laufen.

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