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Gier der Eigentümer hemmt den Ausbau der Radwege

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erstellt am 10.Mai.2010 | 07:11 Uhr

Schwerin/Hagenow | Das Straßenbauamt hat in diesen Tagen seine Ausbaupläne an den Landes- und Bundesstraßen vorgestellt. Gerade für die ländlichen Gebiete ist dabei ein Punkt von besonderer Bedeutung, der Ausbau des Radwegenetzes. Da wird zwar auch 2010 sehr viel passieren, dennoch könnten deutlich mehr dieser Freizeitwege gebaut werden, wenn nicht der so genannte Grunderwerb dem entgegenstünde. Für Hannelore Zyriax, beim Straßenbauamt Schwerin u. a. für diesen Bereich zuständig, ist die Verweigerungshaltung vieler Grundstücksbesitzer das Haupthindernis beim Radwegeausbau. Oft genug suche man die Hilfe der Gemeinden, doch etliche Eigentümer schalten auf stur. Die meisten wittern bei Radwegeprojekten den Moment des Abkassierens und wollen Feldgrundstücke zu Preisen erschlossenen Baulandes verkaufen. Da kann das Amt natürlich nicht mitspielen, mehr als der Verkehrswert ist nicht drin. Zwar bleibt bei übergeordnetem Interesse die Möglichkeit der Enteignung, doch das kann dauern. Meist sind es Jahre, in denen dann nicht gebaut werden kann. Ein anderes Übel: Das betreffende Grundstück an einer Bundes- oder Landesstraße gehört einer Erbengemeinschaft, die möglichst noch weltweit verstreut lebt. Auch in so einem Fall kann es Jahre dauern, bis überhaupt Klarheit herrscht.

Die Hindernisse gehen soweit, dass landesweit nicht mehr alle eingeplanten Mittel für den Radwegebau abgerufen werden, weil die Baureife fehlt. Bestes Beispiel für schleppende Planungen ist z. B. die Bundesstraße B 5. Während an anderen Straßen vergleichsweise viele Radwege entstanden, herrscht an der vielbefahrenen Bundesstraße in Sachen Radfahren pure Tristesse. So steht fest, dass es auch in diesem Jahr keine durchgehende Radverbindung zwischen der Kreisstadt Ludwigslust und dem Ortsteil Kummer geben wird. Wie Mahnmale stehen da seit Jahren zwei Radwege- brücken, doch wann der Radweg kommt, ist nicht sicher. Weitere Beispiele für dringend nötige Radwege, die aber wegen fehlender Grundstücke nicht gebaut werden können sind der Abschnitt zwischen Wittenburg und Zarrentin oder Teilabschnitte an der B 195 zwischen Zarrentin und Boizenburg. Und doch gibt es auch gute Nachrichten, die Lücke zwischen Pogreß und Dreilützow wird geschlossen, ein Radweg von Ludwigslust bis zum Abzweig Weselsdorf wird gebaut und auch zwischen Hof Gallin und Zarrentin wird mit dem Bau begonnen.

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