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Diebe entwendeten bei Crivitz historische Schweißgeräte : Gestohlen: "Feuer" der Technikschau

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Dem noch im Bau befindlichen "Phantechnikum" von Wismar - das als Erlebniszentrum neu gestaltete Technische Landesmuseum von MV - ist das "Feuer" verloren gegangen.

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erstellt am 08.Apr.2011 | 10:29 Uhr

Sternberg/Wismar | Dem noch im Bau befindlichen "Phantechnikum" von Wismar - das als Erlebniszentrum neu gestaltete Technische Landesmuseum von MV - ist das "Feuer" verloren gegangen. Denn dieses Element sollte mit historischer Schweißtechnik dargestellt werden. 30 Geräte - und damit der größte Teil der Sammlung - wurden aus Lagerhallen bei Crivitz gestohlen.

"Das ist ein immenser Verlust", berichtet Roland Pfeiffer. Der Schweriner Ingenieur ist Bezirksvorsitzender innerhalb des Deutschen Verbandes für Schweißen und verwandte Techniken. Diesem Verein gehören die Schweißgeräte. Und mehr noch. Eine Gruppe von 15 Enthusiasten um den Schweriner Oberingenieur Wilfried Baumann (83) hat die kostbaren Stücke in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen. "Die Sammlung ist einmalig in Deutschland, ja sogar in Europa", erzählt Baumann. Nur im Deutschen Museum in München gibt es eine Sammlung von Schweißgeräten. Doch die falle im Vergleich zu den nun gestohlenen Stücken klein aus.

Diese wurden in den zurückliegenden 20 Jahren von Technikfans aus Westmecklenburg und der Prignitz zusammengetragen. Die Schweißgeräte stammen nicht nur aus dieser Region, sondern aus ganz Deutschland. Das älteste Stück ist Baujahr 1938, das jüngste wurde 1970 hergestellt. "Wir wollten in Wismar zeigen, wie sich die Schweißtechnik in dieser Zeit entwickelt hat", berichtet Roland Pfeiffer. Und er ergänzt: "Es sind viele Unikate unter den gestohlenen Stücken, für die es keinen Ersatz gibt." Denn wie so oft bei Gebrauchsgegenständen wurden auch die Schweißgeräte im Laufe der Zeit einfach durch neue ersetzt. Die alten landeten auf dem Schrott.

Dieses Schicksal droht nun den gesammelten Exemplaren. Das befürchten sowohl Baumann und Pfeiffer als auch die Polizei. Schließlich bringen es die Schweißgeräte auf ein Gewicht von acht Tonnen. Die Polizei geht davon aus, dass die Tat gezielt ausgeübt wurde und die Täter mit größeren Fahrzeugen vorgefahren waren. Leider wurde der Diebstahl erst Anfang dieser Woche festgestellt, als die Technikfans die eingelagerten Stücke nach dem Winter überprüfen und pflegen wollten. Ereignet haben muss sich der Einbruch zwischen Ende Februar und Anfang April. Die Polizei setzt auch auf Hinweise von Schrotthändlern, denen Schweißgeräte zum Ankauf angeboten wurden und noch werden. Zuständig ist das Revier in Sternberg, Telefon 03847 - 43270.

Roland Pfeiffer hofft zudem, dass die historischen Schweißgeräte noch zu retten sind, die Diebe diese nicht zerstören, sondern zurückgeben. Der Wert der Sammlung wird mit 300 000 Euro beziffert. "Die Diebe können aber nur mit einem Bruchteil diese Summe rechnen, wenn sie die Geräte verschrotten", betont Wilfried Baumann. Dass die Einbrecher selbst keine Sammler sind, macht der 83-Jährige auch daran fest, welche Geräte gestohlen wurden: "Alle entwendeten Stücke hatten Räder, konnten also leichter bewegt werden."

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