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Freiwilligendienst Hagenow : Gestern: Einzug der "Kurzdiener"

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Neues Jahr, neue Rekruten, das galt auch gestern bei den Hagenower Grenadieren. Allerdings ist in Zeiten des Freiwilligendienstes fast nichts mehr wie früher. Das macht sich an den Zahlen fest: Gestern wurden 70 Wehrdienstleistende erwartet.

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erstellt am 03.Jan.2012 | 12:51 Uhr

Neues Jahr, neue Rekruten, das galt auch gestern bei den Hagenower Grenadieren. Allerdings ist in Zeiten des Freiwilligendienstes fast nichts mehr so, wie es einst war. Das macht sich schon an den Zahlen fest. Gestern wurden 70 Wehrdienstleistende erwartet. Bis in die späten Mittagsstunden waren gerade einmal 24 erschienen. Früher, Ende 2010, kamen zu Zeiten der Wehrpflicht noch pro Vierteljahr gut 300 Rekruten in die Hagenower Kaserne.

Nun ist alles freiwillig und vor allem kurzfristig, die konkrete Zahl der Angemeldeten war den Verantwortlichen erst gestern bekannt geworden. Und, die Bundeswehr muss auch akzeptieren, wenn ein Freiwilliger dann doch nicht erscheint. Rekruten, die zu Wehrdienstzeiten nicht zur Zeit in die Kaserne fanden, bekamen es schnell mit der Militärpolizei zu tun. Das ist vorbei, jetzt können die Freiwilligen im Laufe der ersten sechs Monate ihren Job kündigen.

Der allerdings kann lukrativ sein, jeder Wehrpflichtige kann, je nach Dienstzeit, mit 1300 Euro netto und mehr im Monat rechnen. Hauptmann Robert Dannemann war als Chef der Rekrutenkompanie 7 gestern dennoch guten Mutes, die meisten seiner neuen Rekruten begrüßen zu können.

Nach einigen Untersuchungen und Einweisungen geht es am heutigen Tag weiter mit der Kompletteinkleidung, die im Zentrallager in Hamburg erfolgt. Der heutige Tag beginnt jedoch um 5 Uhr mit Frühsport, zivil im Ton aber sportlich fordernd. Dafür können die Rekruten bereits am kommenden Sonnabend das erste Mal nach Hause fahren. Am Wochenende ruht meist die Grundausbildung, die auf drei Monate ausgelegt ist.

Hagenower ist einer der ganz wenigen Standorte des Heeres, an dem überhaupt noch Grundausbildung stattfindet. Die meisten der gestern Einrückenden werden dann auch ihren eigentlichen Dienst in anderen Einheiten absolvieren. Für das Bataillon selbst sind nur vier Rekruten bestimmt.

Dennoch leidet das Hagenower Bataillon, das gestern mit einer Stärke von 775 Mann gemeldet wurde, aktuell nicht an Besetzungsproblemen. Dafür gab und gibt es zu viele Längerverpflichtungen erfahrener Soldaten, die auch noch in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen.

Wie sich der Freiwilligendienst jedoch langfristig auswirken wird, vermag derzeit niemand zu sagen. Sicher ist, dass es an der herausfordernden Grundausbildung im Hagenower Bataillon keine Abstriche geben soll. Man gehe davon aus, so ein Personaloffizier, dass die Leute fit und vor allem motiviert seien. Indiz dafür, fast die Hälfte der gestrigen Rekruten hat sich bereits vor Dienstbeginn für mindestens 23 Monate Dienstzeit verpflichtet. Das schafft für die Bundeswehr natürlich Planungssicherheit. Es gibt auch Rekruten, die nur sieben Monate bleiben. Mehr als die Grundlagen werden sie in der Zeit nicht kennen lernen können.

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