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Lokales

16. Dezember 2017 | 21:50 Uhr

Geschrubbt wie zu Uromas Zeiten

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erstellt am 02.Mai.2010 | 06:52 Uhr

Slate | Beim ersten Waschtag am Sonnabend in Slate klappte alles wie am Schnürchen: Petrus hielt lange genug die Schleusen dicht, der Slater Posaunenchor gab den Ton an und zur Begrüßung der Besucher flatterten bereits blütenweiße Leinenstücke munter im Wind. Mit einem kleinen Fest wollte der Slater Kultur- und Sportverein an die Eröffnung des Waschhuses auf den Tag genau vor einem Jahr erinnern. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen hier einen kleinen Einblick bekommen, wie mühsam die große Wäsche zu Uromas Zeiten war, als es noch keine automatischen Haushaltshelfer gab.

Der achtjährige Frederick Forder-White ließ sich von Ortschronistin und Waschfru Edda Schulz nicht zweimal bitten: Der kleine Slater schlug sich tapfer und bearbeitete am Waschbrett ein Handtuch, für das es wirklich höchste Zeit wurde, dass es mal gründlich eingeseift wird. Eine emsige Hilfe wäre früher bestimmt auch die zehnjährige Lea Scheibler gewesen: Sie hatte den Bogen ruck zuck raus. Das Mädchen aus Rostock besuchte am Wochenende eine Familienfreizeit auf dem Slater Pfarrhof, da bot sich ein Abstecher zum Waschfest geradezu an. Ihre Mutter Sabine Scheibler staunte nicht schlecht, was für ein anschauliches Minimuseum der Kultur- und Sportverein da geschaffen hat. "Eine schöne Bereicherung", findet die Rostockerin, die praktisch in der Kirchgemeinde Slate groß geworden ist und deshalb heute noch eine Bindung zu dem kleinen Dorf am Sonnenberg spürt. Den Beifall auf ihrer Seite hatten Marina Köster, Monika Pickard, Rita Madauß und Sabine Vormelker, die für eine kleine Modenschau 30 bis 50 Jahre alte Schürzen aus der Versenkung hervorgeholt hatten. An ihre eigene Kindheit fühlte sich Helga Schulz beim Waschhaus-Quiz erinnert. "Seit wann benutzte man den Wäschestampfer?", lautete eine Frage. Als mögliche Antworten waren die Jahreszahlen 1950, 1930 und 1900 vorgegeben. Helga Schulz hat noch bildlich vor Augen, wie ihre Uroma damals mit dem Wäschepümper hantierte und tippte sofort auf die richtige Antwort: 1900. Ein "Schätzchen" aus alten Zeiten konnte Helga Schulz sogar bis ins 21. Jahrhundert hinüber retten: In ihrem Keller steht eine Wäscherolle, an der sie sich noch selber abmühte. In Kürze kommt das alte Gerät zu neuen Ehren. In drei Kellerräumen des Slater Dorfgemeinschaftshauses entsteht derzeit eine kleine Heimatstube. "Die Eröffnung ist in Kürze geplant", kündigt Heinz Madauß, Vorsitzender des Kultur- und Sportvereins an. Als Termin steht der 5. Juni, wenn in Slate Kinder- und Dorffest gefeiert wird - mit Gästen aus der lettischen Partnergemeinde Rubene. Besichtigungen für das Waschhus können unter Telefon 03871/444405 oder 444569 verabredet werden.

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