Germanistikstudenten führen "Die Welle" auf

<fettakgl>Auf der Bühne:</fettakgl> Alex Pröger, Nadine Bublat, Melanie Wentorp, Leona Steinkühler und Steffen Oestreich (v. l.) nehmen am Theaterprojekt teil.<foto>Juliane Hinz</foto>
Auf der Bühne: Alex Pröger, Nadine Bublat, Melanie Wentorp, Leona Steinkühler und Steffen Oestreich (v. l.) nehmen am Theaterprojekt teil.Juliane Hinz

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13. Juli 2010, 08:49 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Rhythmisches Klatschen schallt aus dem provisorischen Probenraum ganz oben unter dem Dach des Uni-Gebäudes in der Ulmenstraße. "Wel-le", rufen die Studenten im Chor. Dann wieder Klatschen. Wie gebannt verfolgen die jungen Männer und Frauen das imaginäre Spiel einer Fußballmannschaft. Das Team verliert. Laut machen die Studenten ihrem Ärger Luft.

Die angehenden Germanisten proben für ein Theaterstück, das sie heute Abend um 20 Uhr in der Bühne 602 zeigen wollen. "Die Welle", beruhend auf dem Roman von Morton Rhue, steht auf dem Programm. Regie führt Dagmar Waidelich. Sie ist Theaterpädagogin.

"Ihr müsst euch vorstellen, wie es gewesen ist, als Deutschland gegen Spanien verloren hat", gibt Waidelich Hilfestellung. "Ich hab mich für die Spanier gefreut", antwortet eine Studentin. "Und ich hab nicht geguckt", räumt eine andere ein. Dann muss es eben so gehen. Und tatsächlich: Auf den Gesichtern der Studenten machen sich Frustration, Wut und Enttäuschung breit. Längst haben die Teilnehmer des Theaterprojektes alle Scheu überwunden.

Das war am Anfang anders. Improvisation, Bewegung und szenische Übungen sind dem Spiel vorausgegangen. Aus sich herauszukommen und den anderen beim Spiel nahe zu sein - das klappt nicht sofort. Schließlich sind die Studenten keine Profis. "Es sind aber einige schlummernde Talente hier erwacht", sagt Waidelich. Ein Großteil der Inszenierung sei in Gruppenarbeit entstanden, es werde viel diskutiert, jeder könne seine Meinung sagen. "Wenn man einmal über seinen Schatten gesprungen ist, dann geht es", sagt Melanie Wentorp. "Mittlerweile kommen wir in der Gruppe so gut miteinander aus, dass uns nichts mehr unangenehm ist", fügt Leona Steinkühler hinzu. Selbst über Kritik freue sie sich. Schließlich könne sie davon nur lernen. Die ganze Gruppe sei durch das Theaterprojekt zusammengewachsen, meint auch Nadine Bublat: "Es sind richtige Freundschaften daraus entstanden."

Die Vorstellung heute Abend wird der Höhepunkt der wochenlangen Arbeit. Dabei wird es dann noch einmal richtig schlimm, warnt die Regisseurin: "Ihr werdet das merken. Das Stück wird geboren und wenn das Licht am Ende angeht, dann stirbt es zugleich." Waidelich wünscht sich deshalb, "Die Welle" nach den Sommerferien auch an Schulen zeigen zu können. Die Studenten finden die Idee nicht schlecht. "Schließlich wird uns genau das in den Didaktik-Kursen immer gesagt", so Wentorp.

Viele der Projektteilnehmer sind Lehramtstudenten. Für sie ist das Darstellende Spiel auch eine Erfahrung für das spätere Berufsleben. An ihre künftigen Schüler können sie das, was sie im Theaterprojekt erlebt haben, weitergeben. "So ein Stück gemeinsam zu erarbeiten und aufzuführen, schweißt eine Gruppe zusammen", fasst es Wentorp zusammen.

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