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Schweriner Tierheim arbeitet noch immer an Heilung der kranken Tiere : Geretteten Katzen geht es besser

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Ende Juni hatte das Veterinäramt in einer etwa 60 Quadratmeter großen Schweriner Wohnung 74 Katzen in erbärmlichem Zustand vorgefunden. Die Tiere waren verwahrlost, krank, litten unter Parasitenbefall.

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erstellt am 28.Jul.2011 | 05:12 Uhr

Warnitz/Muesser Holz | Ende Juni hatte das Veterinäramt in einer etwa 60 Quadratmeter großen Wohnung im Mueßer Holz 74 Katzen in erbärmlichem Zustand vorgefunden. "Die Tiere waren verwahrlost, krank, litten unter Parasitenbefall, zwei lagen bereits im Sterben", so Amtstierärztin Dr. Christel Riemann. Und auch von den 72 zunächst geretteten Katzen, die sofort ins Tierheim gebracht wurden, konnten nicht alle wieder auf die Beine kommen. "Bei einigen ist der Gesundheitszustand trotz veterinärmedizinischer Versorgung und fürsorglicher Pflege noch immer kritisch", sagte gestern die Amtstierärztin auf SVZ-Nachfrage. Jahrelange Inzucht hatte die Abwehrkräfte geschwächt.

Die gute Nachricht kommt von Tierheimchefin Ilka Dittberner: "Die meisten dieser Katzen befinden sich auf dem aufsteigenden Ast", sagte sie gestern. Die gesunden Tiere seien nach Wurmkur und Parasitenbekämpfung mittlerweile auch schon kastriert bzw. sterilisiert worden. "14 von ihnen konnten wir bereits vermitteln", berichtet sie stolz. Bei den kranken habe man bislang aber auf die Kastration verzichten müssen, da eine Vollnarkose für diese geschwächten Vierbeiner zu gefährlich sei, erläutert Ilka Dittberner. Dies könne erst geschehen, wenn sie vollends genesen seien.

Der besonders dramatische Fall von so genannter Tiersammelsucht - in diesem Jahr wurden noch zwei weitere, allerdings weniger schwere in Schwerin verzeichnet - hat weit reichende Konsequenzen nach sich gezogen. "Wir wollen künftig stärker präventiv wirksam werden", betont die Amtstierärztin. Dabei setzt sie genau wie Tierschützerin Ilka Dittberner auf eine intensivere Zusammenarbeit mit den Wohnungsgesellschaften. "Wir sind bereits im Gespräch und wollen gemeinsam Präventionsprogramme entwickeln", sagt die Tierheimchefin. "Frühzeitige Information ist das Allerwichtigste, um rechtzeitig aktiv zu werden, unsachgemäßer Tierhaltung vorbeugen zu können und so vielen Haustieren ein schlimmes Schicksal zu ersparen."

Angesichts der Rechtslage sei dies aber nicht einfach, fügt sie hinzu. "Deshalb brauchen wir den Kontakt mit den betreffenden Tierhaltern, müssen Vertrauen aufbauen, um zu einer artgerechten Tierhaltung zu kommen." Dies sei im Übrigen im Interesse aller Beteiligten. Denn bei Zwangsräumung werde der Vermieter für die Unterbringung der Tiere zuständig. Und das könne teuer werden. "Wir freuen uns deshalb sehr über die Spende der DKB Wohnungsgesellschaft. Mit diesem Geld können wir die Kastration vieler Katzen in Not bezahlen", sagt Dittberner. Doch noch seien weitere Spenden nötig, um überall bei den Bedarfsfällen präventiv wirksam werden zu können.

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