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Lokales

18. November 2017 | 02:02 Uhr

Gepardenkinder sind zu Hause

vom

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2010 | 09:15 Uhr

Gartenstadt | Es ist ein schwerer Abschied für Ellen Hinz (41). Die Tierpflegerin und Adoptivmutter hat gestern die vier mit der Hand aufgezogenen Gepardenkinder in ihr neues Raubkatzengehege entlassen. Gleichzeitig gab der Rostocker Zoo die Namen der Geschwister bekannt. Malika, Tiha, Abari und Malik heißen die Halbstarken. "Nach einem Aufruf zur Namensfindung hat der Zoo aus 143 Vorschlägen drei ausgewählt", sagt Nicolle Völcker, Marketing-Leiterin des Tierparks. Das vierte Katzenkind bekam seinen Namen von seiner Pflegerin. "Sie heißt Tiha und trägt somit den Namen ihrer Mutter", sagt Hinz. Kurz nach der Geburt verstarb die vier Jahre alte Gepardenmutter an Nierenversagen.

Alle zwei Stunden Milch gegeben

Prächtig haben sich die drei Monate alten Zwerge entwickelt. "Tiha ist die Kleinste", sagt Tierpflegerin Hinz, die als Einzige die Raubkatzen auseinanderhalten kann. Mit ihrem Lebensgefährten Rüdiger Winter hat sie die Tiere bei sich zu Hause aufgezogen. Trotz kräftezehrender Pflege - alle zwei Stunden bekamen die Geparden Milch - fällt ihr der Abschied nun schwer. "Aber ich werde bei meiner Arbeit so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen", sagt die Adoptivmutter. Schließlich müssen sich die Kleinen langsam daran gewöhnen, ohne ihren familiären Ersatz auszukommen.

Noch haben die pelzigen Vierbeiner ein waches Auge auf ihre Ziehmutter gelegt. Im ständigen Blickkontakt und mit fiependen Lauten tauschen sie sich mit Hinz aus. "Sobald sie mich nicht mehr sehen, suchen sie sich einen Platz zum Schlafen", sagt sie. Die Gepardenjung tie re denken dann, dass ihre Mutter auf die Pirsch geht.

In ihrem neuen Gehege sind die zwei Männchen und zwei Weibchen erstmals unter sich. "Lediglich zu dem 16 Jahre alten Kater Massai haben sie Sichtkontakt", so Hinz. Das erste Zusammentreffen sei bisher ohne Probleme verlaufen. Vormittags und nachmittags können die Jungtiere auf ihrer großen Rasenfläche herumtoben. Die Nacht verbringen sie in ihren Boxen. "Nun gilt es für uns, darauf zu achten, dass sie sich nicht verkühlen", so die besorgte Tiermutter. Eine Erkältung oder Infektion sollen sich die Kleinen nicht holen. Das könnte lebensgefährlich für sie sein.

Bisher geht es Malika, Tiha, Abari und Malik aber blendend. Langsam kommen sie neben der Milch auch auf den Geschmack, was Fleisch angeht. "Am liebsten mögen sie Rinderherzen und Leber", sagt Hinz. Aber auch Meerschweinchen futtern sie gerne. Bei ihrer Geburt wogen die Raubkatzen zwischen 600 und 900 Gramm. Heute liegt ihr Gewicht zwischen sechs und achteinhalb Kilogramm.

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