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Lokales

22. August 2017 | 22:45 Uhr

Genuss-Radeln auf guten Wegen

vom

Lenzen/Prignitz | Nur drei bis acht Prozent der Radtouristen seien klassische Fernradler, die Strecke machen wollen und meist konsequent von A nach B fahren. Die weitaus größere Zahl möchte durchaus an schönen Orten länger verweilen. Und diese Zielgruppe entdeckt zunehmend der Tourismusverband Prignitz. Dessen Geschäftsführer spricht von "Genuss-Radeln", und der Verband arbeite an diesem neuen Konzept.

"Es geht darum, Wald-, Wiesen- und Wirtschaftswege mit einzubeziehen", sagt Neumann. Er möchte Touristen von den großen ausgeschilderten Routen wie dem Elberad- oder Müritzrundweg herunter locken. Das funktioniere aber nur bei entsprechenden Angeboten. "Beispielsweise kann das eine Kirchenführung , ein Aussichtsturm oder ein kulinarischer Leckerbissen sein", erklärt Neumann.

Wichtig seien dabei zwei Details: Wegweiser oder Flyer müssen auf solche Abstecher hinweisen und lokale Tourismusanbieter müssen davon Kenntnis haben. "Wir müssen dem Urlauber sagen, warum es sich lohnt, ein oder zwei Tage länger zu bleiben."

Vorreiter sei unter anderem das Amt Lenzen-Elbtalaue mit seinem "Stummen Landführer". Eine Karte, die kostenlos in der Verwaltung und den Touristinformationen zu bekommen ist, und die über Sehenswürdigkeiten in Dörfern des Amtes informiert. Zum Teil finden sich auch in den Orten Infotafeln oder andere Hinweise. "In Gadow planen wir ein Besucherleitsystem. Steine sollen als Wegweiser zum Mausoleum führen", nennt der Projektverantwortliche Andy Pawels ein Beispiel. Der Führer sei eine Weiterentwicklung des "Stummen Stadtführers" von Lenzen: Tafeln sind an markanten Gebäuden befestigt und schildern deren Geschichte.

Der Tourismusverband wolle bis zum nächsten Jahr solche Beispiele als Grundlage nehmen und ein Wegenetz erarbeiten. Doch Uwe Neumann betont auch, dass den Touristen Qualität geboten werden müsse. Auf abgelegenen Wegen sicherlich mit Abstrichen, aber die Hauptrouten müssten in einen Top-Zustand sei, so Neumann. Mittlerweile seien einige Radwegabschnitte reparaturbedürftig. Im Bereich Lenzen gebe es mehrere Bereiche des Elberadweges, die nicht asphaltiert sind. "Die wassergebundene Schicht beginnt stellenweise zuzuwachsen oder ist ausgefahren", so Neumann. Besonders schlimm sei der Zustand auf der Tour Brandenburg zwischen Leuengarten und Nausdorf, ebenfalls Amt Lenzen: "Hier handelt es sich um eine Hanglage, die nur noch schwer zu befahren ist. Statt über eine Reparatur müsste hier über einen Neubau nachgedacht werden." Zu beachten sei, dass auch Radwege der Verkehrssicherungspflicht unterliegen.

Kürzlich informierte Neumann den Amtsausschuss Lenzen darüber. "Wichtig ist, dass wir solche Probleme gemeinschaftlich lösen", betonte er. Auf der Amtsauschusssitzung sprach Neumann auch über das Thema Naturtourismus. Mit der Deichrückverlegung habe Lenzen ein absolutes Aushängeschild, was noch besser vermarktet werden müsse: "Es reicht nicht, wenn nur die Burg Lenzen Exkursionen in dieses Gebiet durchführt, auch andere Tourismusanbieter sollten aktiv werden oder zumindest eng mit der Burg zusammenarbeiten", so Neumann.

Beide Aspekte zusammen, Naturtourismus und Genuss-Radeln, könnten die Attraktivität des Reisegebiets Prignitz erhöhen. In der kommenden Woche stellt der Verband diese Ideen auf Workshops in Cumlosen und Rühstädt vor.

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erstellt am 08.Sep.2010 | 07:05 Uhr

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