Genossenschaft reißt Wohnungen ab

Die Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" (WGE) will im Allende-Viertel den Block mit den Eingängen 14 bis 22 zurückbauen. Den dort noch Wohnenden bietet die Genossenschaft andere Domizile an.

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28. Juli 2009, 08:54 Uhr

Wittenberge | Mit dem Rückbau reagiere die Genossenschaft auf die Tatsache, dass es immer schwieriger wurde, die relativ großen Wohnungen in diesem Haus zu vermieten, sagt der geschäftsführende Vorsitzende Karsten Korup. In dem besagten Wohnhaus befinden sich 50 Quartiere: Es handelt sich um Drei- und Vier-Raum-Wohnungen. Die Wohnfläche beträgt 55 bzw. 65 Quadratmeter. Korup sagt, vor dem Abrissentschluss habe die Genossenschaft andere Wege gesucht, möblierte Zimmer eingerichtet und an Auszubildende vermietet. Trotzdem bliebe im Interesse der Wirtschaftlichkeit letztlich nur dieser Rückbau.

Die Entscheidung dürfte nicht leicht gefallen sein, denn die Genossenschaft hat die Dr.-Salvador-Allende-Straße 14 bis 22 vor 13 Jahren sanieren lassen. "Wir müssen auch nach dem Abriss das Sanierungsdarlehn weiter bedienen", erklärt Korup das Problem. Trotzdem sei der Rückbau auf längere Sicht wirtschaftlicher, als fortlaufend die Betriebskosten für einen immer schwerer zu vermietenden Block zu zahlen.

Als 1996 die Entscheidung fiel, die Eingänge 14 bis 22 auf einen modernen Stand zu bringen, hatte die WGE im Allende-Viertel noch keinen Leerstand zu verzeichnen. Das war bis 1999 der Fall, sagt Korup. Dann habe auch die WGE mit der zurückgehenden Bevölkerungszahl zu tun bekommen. Immer mehr Wohnungen blieben leer, ließen sich nicht wieder vermieten. Im Allende-Gebiet sei der Leerstand höher als auf dem Külz-Berg.

Den Genossenschaftern, die in den nächsten Wochen den Block verlassen sollen, "bieten wir adäquate Wohnungen dort an, wo der Bestand gesichert ist". So erhalten die Genossenschafter, die nun ihren Hausrat zusammenpacken müssen, Angebote für das Gebiet rund um den Külz-Berg und für die gemauerten Genossenschaftshäuser in der Kyritzer Straße.

Stößt die WGE mit ihrem Ansinnen, das Haus leer zu ziehen, auf Gegenliebe?

Der Vorstand sagt Ja. Die Angebote würden positiv aufgenommen. "Wir gehen davon aus, dass die Mieter uns als Mitglieder erhalten bleiben, unsere Wohnungen beziehen."

Voraussichtlich Ende des Jahres soll der Wohnungsabriss mit dem Entkernen des Blocks beginnen.

Die Allendestraße 14 bis 22 ist das dritte große Rückbauvorhaben der WGE im Zuge des Stadtumbaus. Der erste große Block, der fiel, stand im Horning. Es folgte im vergangenen Jahr das große Wohnhaus, das quer zur Schwimmhalle stand.

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