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Lokales

18. Oktober 2017 | 04:22 Uhr

Genervt von Lärm und Schmutz

vom

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2010 | 08:48 Uhr

Altstadt | „Die Fördermittel, die wir brauchen, um den Marienplatz umzugestalten, sind jetzt schriftlich zugesagt“, kündigte Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff am Dienstagnachmittag mit. Doch bevor die Bagger tatsächlich anrücken, wird noch einige Zeit vergehen: Erst müssen die Stadtvertreter das Konzept abnicken, dann werden die konkreten Planungen nach dem Entwurf aus dem Büro WES & Partner beginnen. Derweil sind einige Anlieger am zentralen Platz in der City von den lange währenden Bauarbeiten genervt und wünschen sich ein baldiges Ende. Allen voran das Einkaufs-Zentrum „Der Wurm“.

„Baulärm, die ständigen Erschütterungen und vor allem der Schmutz machen gerade unseren Mieter in der Wismarschen Straße zu schaffen“, sagt Center-Manager Uwe Förster. „Ich weiß, dass es bei einigen Anliegern in dieser Straße sogar Risse in den Hauswänden gab während der Erdarbeiten zur Marienplatz-Galerie.“ Natürlich sei allen Geschäftsleuten klar, dass solche Beeinträchtigungen bei einer so großen Baumaßnahme normal sind. „Deshalb nehmen wir es auch hin“, so Förster. „Aber wir haben uns alle darauf eingestellt, dass mit den Baubelästigungen 2011 endlich Schluss ist.“

Über die geplanten Umgestaltungsarbeiten auf dem Marienplatz selbst habe Center-Manager Förster bislang nur aus der Presse erfahren. Zu einem gemeinsamen Termin aller Anlieger, den der Baudezernent in der SVZ angekündigt hatte, sei er bislang noch nicht eingeladen worden. „Dr. Friedersdorff hat weder den Wurm, noch das Gusanum noch das Parkhaus über die weiteren Pläne und Vorgehensweisen rund um den Marienplatz informiert“, so Förster.

Die Unterlagen der Hamburger Landschaftsplaner von WES & Partner, die im vergangenen Sommer den Gestaltungswettbewerb gewonnen hatten, habe er sich jetzt von einem Stadtvertreter geben lassen. Aus der Verwaltung selbst seien keine Informationen für ihn gekommen.
Ob es seit Beginn der Abrissarbeiten auf dem Gebiet der ehemaligen Marienhöfe auch Kundeneinbußen für den Wurm gegeben hat, darüber hat Förster zwar keine konkreten Zahlen, aber: „Viele Geschäftsinhaber hier haben den subjektiven Eindruck, dass seitdem weniger Leute einkaufen kommen.“

Planungen dauern mindestens ein halbes Jahr

Wie versprochen hat die Stadt vor einigen Wochen bereits mit bauvorbereitenden Maßnahmens begonnen. Die Fernwärmeleitung beispielsweise wird über den Totendamm auf den Platz geführt, die Verlegung der Elektroleitungen soll zügig folgen. Mit Pflaster- und den Schienenarbeiten könne allerdings erst begonnen werden, wenn die Baulaster der Galerie nicht mehr über den Platz fahren, so Friedersdorff. Der gesamte Umbau soll rund 2,1 Millionen Euro kosten. Der Eigenanteil der Stadt dabei beträgt 25 Prozent.

Wie der Marienplatz nach der Umgestaltung genau aussehen soll, steht obendrein noch nicht fest. Grundlage ist zwar der Vorschlag von WES & Partner. Das letzte Wort haben aber die Stadtvertreter in diesem Herbst. „Denen konnte ich das Konzept nicht zur Abstimmung vorlegen, bevor die Finanzierung stand“, begründet Friedersdorff die späte Absegnung der Pläne, die bereits seit einem Jahr vorliegen. Diskussionen lauern im Detail: Der neue Plan sieht z.B. vor, die mittlerweile recht stattlichen Linden vor der Sparkasse wegzunehmen, die einst als Ausgleichsmaßnahme gepflanzt werden mussten. Dort soll es nur Sitzgelegenheiten geben. Stattdessen soll ein Grüngürtel am Totendamm angelegt werden.

Die Planungszeit, die erst nach dem Beschluss der Stadtvertreter beginnt, veranschlagt Friedersdorff mit einem halben Jahr. Erst dann kann gebuddelt, verlegt und gepflastert werden. „Unser Ziel ist, die Baumaßnahme so weit voranzutreiben, dass im nächsten Sommer, wenn die Marienplatz-Galerie eröffnet hat, die Handels- und Verkehrsfunktion auf dem Platz gegeben sind“, so der Dezernent.

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