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Lokales

20. September 2017 | 11:11 Uhr

Gemeinden zahlen für Digitalfunk

vom

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erstellt am 13.Okt.2010 | 08:25 Uhr

Gadebusch | Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr starten in den nächsten Monaten in das Digitalfunkzeitalter. "Ich bin guten Mutes, dass wir damit im Laufe des Sommers 2011 in den Wirkbetrieb gehen können. Wir sind dann eines der ersten Flächenländer in der Bundesrepublik, die das einführen", sagt Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

Für hunderte Kommunen in MV ist die Umstellung auf den Digitalfunk mit Kosten verbunden. Denn die Gemeinden haben ihren finanziellen Anteil zu stemmen. So sollen sie beispielsweise den Einbau der Digitalfunkgeräte in die Einsatzfahrzeuge mit finanzieren. Allein die Installation in ein Feuerwehrauto kostet etwa 1000 Euro. Der Arbeitsaufwand sei enorm, so Experten. So müssten in den Fahrzeugen komplett neue Kabelstränge verlegt werden. Bürgermeister aus Nordwestmecklenburg unken: Dadurch würden alte Feuerwehrautos aus DDR-Zeiten eine Wertsteigerung von bis zu 100 Prozent erhalten.

"Mit der Finanzierung haben wir eigentlich kein Problem im Amtsbereich Gadebusch. Denn das Geld für die Digitalfunk-Umstellung ist in den vergangenen Jahren dafür zurückgehalten worden", sagte gestern der Gadebuscher Amtswehrführer Ralf Siewert. Ähnlich ist es im Amt Lützow-Lübstorf.

Das immer noch analoge Funksystem gilt als eines der rückständigsten in Europa. Anfällig für Pannen ist es obendrein. So konnten beispielsweise Radiohörer in Gadebusch im vergangenen Jahr sechs Wochen lang den Polizeifunk mit hören - mit Informationen, die für die Ohren der Bürger eigentlich nicht bestimmt sind. So ist über den Polizeifunk zu hören, ob Kennzeichen überprüft werden, ob bestimmte Personen einen Führerschein haben oder ob jemand festgenommen werden soll.

Ursprünglich sollte das abhörsichere Digitalfunkzeit alter in Deutschland bereits 2006 beginnen. Das hatte sich auch wegen Problemen bei der Auftragsvergabe verzögert. "Wir sind nach wie vor neben Albanien das letzte Land, in dem der Digitalfunk eingeführt wird. Wenn es alle andere Länder schon geschafft haben, kann das nicht so schwer sein. Wir scheitern eher an der Bürokratie", so MVs Innenminister Lorenz Caffier.

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