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Gemeinde Diekhof nimmt Jugendliche an die Kandarre

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erstellt am 15.Okt.2010 | 07:45 Uhr

Diekhof | Rund 5000 Euro gibt die Gemeinde Diekhof jährlich für die Jugendarbeit aus. Jetzt steht sie auf dem Prüfstand. Der Grund: Viele Jugendliche nehmen einerseits den Jugendklub gern an, andererseits aber werden im Dorf Wände beschmiert, Lampen demoliert sowie Abfälle und Scherben an sonstigen Treffs sorglos hinterlassen. Montag soll nun Klartext geredet werden. Bürgermeister, Gemeindevertreter und Jugendliche treffen sich um 18 Uhr vor der Gemeindevertretersitzung, wollen Standpunkte austauschen und über die Zukunft reden.

Es muss ein Nehmen und Geben sein

Für Bürgermeister Ralf Lenz steht fest: "Es muss ein Geben und Nehmen sein." Derzeit aber würden die Jugendlichen gern nehmen, im Gegenzug eher Arbeit verursachen und somit Kosten für die Gemeinde. Vorsorglich ist der Vertrag zur Jugendarbeit zwischen Gemeinde, der Christophorus-Kirchgemeinde Laage als Träger der Jugendarbeit im Amt Laage und dem Landkreis zum Jahresende gekündigt. "Wir stellen damit nicht diese Arbeit in Frage. Sie läuft hervorragend. Aber darüber hinaus stimmt es nicht", erklärt Lenz. Über Monate fügte sich ein Vorkommnis zum anderen. Einmal war die Sporthalle beschmiert. Immer wieder hinterlassen die Jugendlichen ihren Müll an der Mauer, die das Schulgelände begrenzt. "Es ist morgens mein erster Gang", sagt Gemeindearbeiter Dirk Stüdemann. Er räumt an der Mauer auf, sammelt Verpackungen, Flaschen, Taschentücher uvm. zusammen. "Der Papierkorb wird nicht wahrgenommen", schimpft er. Worte helfen nicht mehr. Jüngst legte er den Abfall auf die Mauer. "Das half für ein paar Tage", erzählt Stüdemann. In den Ferien sei es besonders schlimm. Momentan würden sich andere Treffpunkte entwickeln, der neue Spielplatz und am Sportplatz. Er sieht drei, vier Jugendliche im Dorf, die sich nicht zu benehmen wissen. Andere würden sich nicht trauen, dagegen aufzutreten. "Am Tag sind alle höflich und freundlich, aber abends vergessen sie sich", denkt der Gemeindearbeiter. Dabei könnten die Jugendlichen auch anders, wie es die Einweihung des Spielplatzes gezeigt habe. Da hätten alle mitgeholfen, Luftballons aufgeblasen und Stationen für die Kleineren betreut.

Auch Silvia Sanftleben kennt "ihre" Jugendlichen anders, wenn sie montags, donnerstags und freitags in den Klub kommen. Hier wisse sich jeder zu benehmen. Und die Jugendarbeiterin lässt sich nicht auf der Nase herumtanzen. Als sie z.B. wusste, wer die Sporthalle beschmiert hatte, sorgte sie dafür, dass diese Jugendlichen sie wieder säuberten.

Jugendliche wissen um Ernst der Situation

Die Situation ist ernst, das wissen auch die Jugendlichen. Sie möchten ihren Klub erhalten. Sicher, so erzählen sie, wüsste man im Dorf, wer gern mal über die Stränge schlägt. Auch Silvia Sanftleben kennt sie. "Wenn der Klub jeden Tag geöffnet hätte, kämen viele nicht auf dumme Gedanken", meint ein Mädchen. Ihren Namen möchte sie nicht nennen. "Wir brauchen für die anderen Tage einfach einen Raum, wo wir uns treffen können"", fügt ein Junge hinzu und denkt an eine leer stehende Garage. Silvia Sanftleben gibt zu bedenken, dass jemand die Verantwortung tragen müsste und dass es ein Jugendschutzgesetz gebe, dass zu beachten sei. Man brauche auch dort Regeln. Die Jugendlichen wollen bis Montag darüber nachdenken und ihre Vorstellungen mit den Gemeindevertretern diskutieren. Zumindest die, die SVZ bei Silvia Sanftleben im Klub traf, wollen eine Lösung des Problems.

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