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Lokales

23. August 2017 | 16:01 Uhr

Gelungenes Gartensommer-Finale

vom

Schwerin | Pianoklänge auf der Wiese an den Laubengängen, Zuhörer, die sich auf gemütlichen Sitzgruppen Wein schmecken ließen, Artistik, Falknerei, Lichtinstallationen, Dokumentarfilmvorführungen oder auch in barocke Kostüme gekleidete Personen: Die "Garten-Romantik" zum Abschluss des ersten Schweriner Gartensommers präsentierte sich vielfältig. Das honorierten auch die Zuschauer, die angesichts des spätsommerlichen Wetters zahlreich in den Schlossgarten kamen.

"Wir sind zufrieden", bilanziert Martina Müller, Geschäftsführerin der Stadtmarketing-Gesellschaft, die den Gartensommer organisiert hat. Insgesamt hätten rund 45 000 Besucher die sieben Veranstaltungen besucht. Das sei angesichts der Kurzfristigkeit des Projektes - erst im März hatte die Stadtmarketing GmbH mit den Planungen beginnen können - durchaus ein Erfolg. Großen Anteil habe daran auch das Land, dass den Schweriner Gartensommer drei Jahre lang finanziell unterstützt.

"Wir haben Erfahrungen sammeln können für die nächsten Jahre", sagt Müller und meint damit den Umgang mit den beschränkten finanziellen Mitteln ebenso wie die Zusammenarbeit mit etablierten Marken wie dem Schweriner Kultursommer oder den Schlossfestspielen oder der Unterbreitung von Angeboten direkt im Schlossgarten. "Die Schwimmende Wiese hat sich als ausgezeichneter Veranstaltungsort für kleinere und mittlere Feste herausgestellt", sagt die Geschäftsführerin. Spezielle, detailliert auf ein Thema zugeschnittene Feste wie das Erdbeer- bzw. das Dahlienfest werde es im kommenden Gartensommer nicht mehr geben. Erfolgsprojekte wie das Sommermärchen sollen auch 2011 die Besucher anlocken. Neues werde hinzukommen, wie die erste Schweriner Schlossgartennacht im September 2001, bei der es u. a. eine aufwändige Lichtinstallation geben soll, wovon es am vergangenen Freitag einen ersten, kleinen Vorgeschmack gab.

Noch mehr Erfolg erhofft sich Müller dann durch die größere Vorbereitungszeit. "Wir konnten jetzt schon auf der Busreisemesse RDA für den Gartensommer 2011 werben, weil das Programm im Groben steht", sagt Müller. Das sei ein unbezahlbarer Vorteil, auf den man für dieses Jahr verzichten musste. Am Wochenende waren auch Vertreter von zehn Reiseveranstaltern in Schwerin, die neben dem Gartensommer auch Schloss und Theater besucht haben und im kommenden Jahr mit hoffentlich vielen Gästen nach Schwerin zurückkommen sollen.

Der Schweriner Gartensommer hat sich Müller zufolge als Begriff etabliert. "Er macht Lust auf einen Besuch in Schwerin", sagt sie. Kritik am Namen und dem Programm nehme sie gerne auf, könne es aber wenig verstehen. "Wer erwartet hatte, so einen Besucheransturm wie aus dem Buga-Jahr mit einem kurzfristigen Produkt wie dem Gartensommer wiederholen zu können, ist wenig realitätsnah", sagt Müller. "Wer im vergangenen Jahr wegen der Buga in Schwerin war, kommt nicht im darauf folgenden Jahr gleich wieder." Dennoch wirke der Buga-Werbe-Effekt nach: "Bei unseren Stadtführungen hatten wir in diesem Jahr zwei Drittel aller Teilnehmer, die durch Buga-Besucher aus dem Bekanntenkreis auf Schwerin aufmerksam gemacht wurden", berichtet Müller.

Für die Zukunft sei es aus Sicht der Chefin der Stadtmarketing GmbH wichtig, noch mehr maßgeschneiderte Produkte für Touristen anzubieten. Dass die Stadtpolitik das Thema Tourismus im Leitbild so exponiert verankert habe, freue sie. Aber es brauche zusätzliche infrastrukturelle Angebote wie beispielsweise den neu eröffneten Kletterwald. "Wir müssen auch das Radwegenetz noch weiter ausbauen und mehr Anleger für Wassertouristen bieten. Dann wird auch Schwerin Touristen locken wie das Land Mecklenburg-Vorpommern, das gerade als Familienland Nummer eins bei Touristen gekürt wurde, noch vor der Türkei und Spanien."

Ganz so optimistisch sehen es Schweriner Gastronomen und Hoteliers nicht. "Während der Bundesgartenschau hatten wir jede Menge Besucher, weil Profis für Tourismus und Marketing die Veranstaltungen durchgeführt haben", bilanziert beispielsweise der Weiße-Flotte-Chef Uli Getz. "Beim Schweriner Gartensommer fehlten diese Profis. Man sieht deutlich, was passiert, wenn sich Amateure mit den gleichen Dingen beschäftigen." Für ihn sei auch der Begriff Gartensommer eine schlecht vermarktbare Worthülse. "Damit lockt man keine Touristen, weil das Wort gar nicht definierbar ist" sagt Gastronom Getz. "Schwerins Pfund ist das Schloss mitten in der Stadt und am See. Damit müssen wir werben. Ein Gartensommer, der die ohnehin guten und zahlreichen kulturellen Angebote ergänzt, kann dann gern eine Zugabe sein."

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erstellt am 05.Sep.2010 | 05:34 Uhr

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