Geld aus Arbeit reicht nicht zum Leben

von
07. August 2009, 09:25 Uhr

Bützow | Immer mehr Menschen gehen arbeiten und verdienen doch nicht so viel, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Insbesondere in den zurückliegenden zwei Jahren ist die Zahl der Leistungsempfänger, die jobben und dennoch auf Hartz IV angewiesen sind, erheblich gestiegen.

Im Landkreis Güstrow betrifft das jeden vierten ALG II-Empfänger. 3355 Frauen und Männer erhielten diesen "Aufstockungsbetrag" (März 2009), weil das normale Einkommen nicht ausreicht. Das waren 27,3 Prozent aller Menschen, die im Landkreis Güstrow Hartz IV erhalten. Vor zwei Jahren lag dieser Wert bei 18,8 Prozent (2834 Betroffene), geht aus den Zahlen der Bundesagentur hervor.

Im benachbarten Landkreis Bad Doberan fällt diese Tendenz noch gravierender aus. Dort erhielten bereits im März 2007 27,4 Prozent der Hartz IV-Empfänger einen regulären Lohn, der aber nicht reichte, um die Familie zu ernähren. In diesem Jahr sind es sogar 33,7 Prozent. Dabei ist die Zahl der Hartz IV-Empfänger insgesamt von 11 082 auf 8556 im Landkreis Bad Doberan gesunken.

Das zeigt einmal mehr, dass das Lohnniveau im Nordosten Deutschlands auf einem sehr niedrigen Level steht, bzw. Arbeitsverträge nur mit eingeschränkter Stundenzahl angeboten werden.

Betroffen von dieser Entwicklung seien vor allem Angestellte mit Kindern bzw. Alleinerziehende. Ein Beleg dafür: Jeder zehnte Arbeitnehmer, der mehr als 800 Euro verdient, ist dennoch auf Leistungen des Staates angewiesen. Fast 20 Prozent der Betroffenen im Landkreis Bad Doberan und jeder Sechste im Landkreis Güstrow verdienen weniger als 400 Euro.

Ebenfalls nicht mehr genug Arbeit finden Selbständige. Im Landkreis Bad Doberan sind vier Prozent (342 Menschen) aller Leistungsbezieher ihr eigener Arbeitgeber. Doch der erwirtschaftete Gewinn reicht nicht aus, um über die Runden zu kommen. Im Landkreis Güstrow sind es 283 Hartz IV-Empfänger (2,2 Prozent). Vor zwei Jahren waren nur 2,1 bzw. 0,9 Prozent Selbständige unter den Hartz IV-Empfängern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen