zur Navigation springen
Lokales

20. November 2017 | 13:11 Uhr

Gegen den Verkauf des Bolzplatzes

vom

Statt Bolzplatz ein Haus mit Arztpraxis. Die Stadtverordneten haben das Gelände an der Parkstraße neben dem Schützenplatz verkauft. Auf einem Pappschild melden Unbekannte ihren Protest an.

svz.de von
erstellt am 01.Dez.2008 | 07:07 Uhr

Wittenberge | Sie schreiben: "Dieser Platz gehört zum Schützenplatz, ein Hausbau stört dieses Areal!" Der Hausbauer solle es sich überlegen, denn "der Rummel ist auch laut".

Zumindest dieser Fakt scheint aber kein Problem zu sein. Denn Bürgermeister Dr. Oliver Hermann sagt, der Käufer sei sich dessen bewusst, die Stadt habe bei Veräußerung des Grundstücks extra darauf hingewiesen.

Weshalb verkaufen aber die Abgeordneten überhaupt den Bolzplatz, der bei jungen Leuten ein recht beliebter Treff war, zumal sie hier auch Streetball spielen konnten?

Haben die Abgeordneten damit vielleicht den Wunsch verbunden, auf diesem Parkstraßen-Abschnitt wieder mehr Ruhe zu haben, denn - auch das muss man der Ehrlichkeit halber sagen - die jungen Leute haben sich so manches Mal nicht an gängige Normen des Zusammenlebens gehalten. Ihr Lärm hat gestört.

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann weist derartige Gedanken zurück. Dass die Entscheidung für den Bau- und damit gegen den Bolzplatz an dieser Stelle fiel, hat mit "der Ärzteproblematik in der Stadt zu tun". Ein Facharzt hatte die Stadt um dieses Areal gebeten, weil er hier bauen möchte. "Wir möchten Ärzte in der Stadt halten, haben den Ermessensspielraum ausgelotet und uns für den Verkauf entschieden", so Hermann.

Das solle aber keine Absage an einen Bolzplatz sein. "Es gibt den klaren Auftrag an die Stadtjugendpflege, einen geeigneten neuen Platz zu finden." Geld sei im Stadthaushalt 2009 eingestellt. Die Stadtverordneten beraten darüber. Abgesteckt ist, welche Anforderung an ein neues Areal dieser Art gestellt sind. Eigentlich hängt alles von der Lage ab. Junge Leute, mit denen der "Prignitzer" sprach, "wollen nicht irgendwo an den Stadtrand abgeschoben werden".

"Wir denken schon an ein Gelände, das innenstadtnah liegt", ohne dass aber Anwohner gestört werden, reagiert der Bürgermeister.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen