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Eichenprozessionsspinner entwickelt sich zu einer akuten Plage : Gefräßige Raupe gefährdet Schüler

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In der Grundschule Lanz, an der mehrere Eichen stehen, klagen Schüler über Hautausschläge und allergische Reaktionen. Ursache dürften die Härchen der Raupen sein, die bei Berührung Reizungen auslösen können.

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erstellt am 15.Jun.2011 | 06:38 Uhr

Prignitz | Der Eichenprozessionsspinner entwickelt sich zu einer akuten Plage: Zwischen Müggendorf und Lenzen haben die gefräßigen Raupen einen Großteil der Eichenbestände befallen, Bäume kahl gefressen, sagt Gadows Oberförster Holger Galonska. Nicht nur das: In der Grundschule Lanz, an der mehrere Eichen stehen, klagen Schüler über Hautausschläge und allergische Reaktionen. Ursache dürften die Härchen der Raupen sein, die bei Berührung Reizungen auslösen können.

Wie viele Kinder betroffen sind, ist unbekannt. Die Schule will keine Zahlen nennen. Allerdings berichten besorgte Eltern, dass mehrere Kinder betroffen seien. Doch auch sie wüssten keine Details, nur das, was ihre Kinder erzählen. Unter anderem, dass Bereiche des Schulhofes gesperrt seien. "Eine offizielle Mitteilung der Schulleitung wäre wünschenswert", sagt eine Mutter gegenüber unserer Redaktion.

Selbst die Amtsärztin Catrin Goltz haben besorgte Anrufe erreicht. Da aber weder die Raupen noch allergische Reaktionen meldepflichtig seien, habe auch sie keine genauen Zahlen vorzuliegen.

Schulleiterin Regina Bludovsky spricht von Einzelfällen. Sie wehrt sich gegen den Vorwurf, Elternhäuser im Unklaren zu lassen: "Die Kinder sind alle informiert worden, bei Fragen können sich die Eltern gern an uns wenden", sagt sie.

Inzwischen sei der Unterricht umgestellt worden. "Wir verhalten uns so, dass Kinder mit den Eichen nicht in Kontakt kommen." Wie das in der Praxis aussieht, wolle sie aber nicht darlegen.

Fraglich ist, ob es überhaupt soweit hätte kommen müssen. Erst vor einigen Wochen - als die Raupen noch im Wachstum waren - bekämpfte die Landesforstanstalt von der Luft aus den Schädling Allerdings nur auf Forstflächen. Das Amt Lenzen beteiligte sich, trotz anfänglicher Überlegungen nicht an der Aktion. "Es hat mich am meisten geärgert, dass bis auf einige Privateigentümer niemand mitmachen wollte", kritisiert Holger Galonska. So sei der Schädling zwar punktuell eingedämmt worden. Aber dort, wo er nicht bekämpft wurde, habe sich die Population umso extremer entwickelt.

Harald Ziegeler, Ordnungsamtsleiter im Amt Lenzen-Elbtalaue, erklärt: "Bei einer Kontrolle im März haben wir an den Bäumen keinen Befall feststellen können." Könne dieser nicht nachgewiesen werden, werde eine Bekämpfung mit Insektiziden nicht genehmigt. Ziegeler macht deutlich, dass hinsichtlich des Ausmaßes an der Schule von Gefahr keine Rede sein könne.

Ob die Situation in Lanz falsch eingeschätzt wurde oder die Raupen erst später die Bäume befielen, ist damit unklar. Bekannt ist aber, dass seit mehreren Jahren sowohl die Bäume am Schulhof, als auch an der Straße nach Lütkenwisch mehrfach befallen waren.

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