zur Navigation springen
Lokales

19. Oktober 2017 | 20:18 Uhr

Gefahren der Influenza ernst nehmen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2010 | 07:05 Uhr

Schwerin | Auch wenn die Schweinegrippe-Epedemie im vergangenen Jahr bei Weitem nicht das befürchtete Ausmaß erreicht habe, könne sie vor Impfmüdigkeit nur warnen, sagt Dr. Beate Kloesel vom Gesundheitsamt Schwerin. Denn die saisonale Influenza habe von ihrem Gefährdungspotenzial grundsätzlich nichts verloren.

Das Gesundheitsamt beginnt am 14. September mit den Grippeschutzimpfungen. Verabreicht wird ein neuer Impfstoff, der eine Immunisierung sowohl gegen das Schweinegrippevirus als auch gegen zwei weitere Grippevirus-Typen ermöglicht. Dr. Kloesel: "Die Impfstoffe, die für den kommenden Herbst und Winter zugelassen sind, gleichen in ihrer Zusammensetzung den bewährten Impfstoffen gegen die saisonale Grippe der Vorjahre: Diese sind ohne Wirkverstärker und ohne das im vergangenen Jahr vieldiskutierte Konservierungsmittel auf Quecksilberbasis hergestellt. Neben dem normalen Grippeimpfstoff wird jedoch für über 65-Jährige oder chronisch Kranke auch ein wirkverstärkter Impfstoff angeboten. "Dieser wird seit Jahren gut vertragen", so die Impfärztin. Der Impfstoff mit Wirkverstärker erzeugt laut wissenschaftlichen Studien im Körper deutlich mehr Antikörper gegen die Influenza-Erreger und kann so bei immunschwächeren Peronen einen besseren Schutz gewährleisten.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Grippe insbesondere für Menschen, die bei einer Grippeerkrankung ein erhöhtes Risiko tragen. Zu diesen Risikogruppen zählen:


  • Menschen, die über 60 Jahre alt sind

  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden wie beispielsweise chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten sowie chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose

  • Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder einer HIV-Infektion

  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen

  • Schwangere ab dem vierten Monat

  • Personen, die von ihnen betreute, ungeimpfte Risikopersonen anstecken können wie zum Beispiel medizinisches Personal und Personal in Pflegeeinrichtungen.

  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Die öffentliche Impfsprechstunde des städtischen Gesundheitsamtes findet jeweils dienstags in der Zeit von 14 bis 18 Uhr im Stadthaus statt. "Bei größerem Bedarf können wir schnell und unkompliziert eine zweite Sprechstunde einrichten, um längere Wartezeiten zu vermeiden", so Dr. Kloesel.

In der Impfsprechstunde werden auch allgemeine Impfberatungen angeboten und alle öffentlich empfohlenen Impfungen wie gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten sowie Pneumokokken kostenlos und ohne Chipkarte der Krankenkasse sofort durchgeführt. Auch ein neuer Impfausweis kann bei Bedarf sofort ausgestellt werden.

In der Grippesaison 2009/10 hat das Gesundheitsamt in der Landeshauptstadt 4392 Impfungen gegen die Schweinegrippe vorgenommen. Insgesamt sind 151 Schweriner an der Schweinegrippe erkrankt, es gab keinen Todesfall. Im selben Zeitraum wurden 477 Personen gegen die saisonale Grippe geimpft. In der Saison 2008/09 waren es 375 Impfungen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen