Ingenieurbüro empfiehlt Neubauten : Gefährlicher Stahl in Schweriner Brücken

In kritischem Zustand: die Brück e in der Rudolf-Diesel-Straße Klawitter
In kritischem Zustand: die Brück e in der Rudolf-Diesel-Straße Klawitter

Alarmierend: In der Landeshauptstadt müssen in den kommenden Jahren offenbar gleich mehrere Brücken erneu ert werden. Das geht aus einem Bericht des Amtes für Verkehrsmanagement an die Stadtvertretung hervor.

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21. November 2010, 06:13 Uhr

Schwerin | Grund: In den be treffenden Bauwerken befindet sich Spannstahl, der in den Jahren 1968 bis 1983 im Hennigsdorfer Stahlwerk in der so genannten Ölschlussvergütung gehärtet wurde. "Ein plötzliches schlagartiges Versagen dieses Spann stahls kann nicht ausgeschlossen werden", so das Amt für Verkehrsmanagement.

Probleme mit dem verwendeten Stahl sind laut Bericht erstmals bei der Instandsetzung der Brücke in der Stadionstraße über die Ludwigsluster Chaussee deutlich geworden. Daraufhin sei ein Inge nieurbüro damit beauftragt worden, den Zustand weiterer sieben Brücken im Stadt gebiet zu überprüfen, in denen Hennigsdorfer Stahl aus dem genannten Zeitraum verbaut worden war.

Als "kritisch bzw. besorg niserregend" wird der Zustand der Brücke in der Wismarschen Straße über die ehemalige Hafenbahn und der Brücke in der Rudolf-Diesel-Straße über die Straßenbahn bezeichnet. "Für beide Bauwerke sollte die Planung von Ersatzbauten in Angriff genommen werden", so das Ergebnis der Prüfung. Würde insbesondere in der Dieselstraße nicht bald gehandelt, er reichten die Schäden bis 2015 ein Ausmaß, bei dem die Brücke außer Betrieb genommen werden müsste.

Langfristig durch einen Neubau ersetzt werden sollten nach Ansicht der Ex perten auch die Brücke in der Hagenower Straße über die Püsselbäk und die Brücke in der Lomonossowstraße über die Straßenbahn, die sich aktu ell noch in eine m "befriedigenden" Zustand befänden. "Sichtbare Feuchtigkeitsschäden" hat das Ingenieurbüro bei der Brücke in der Pam power Straße über die Eisenbahn festgestellt. Fazit: "Mittelfristig sollte diese Brücke ebenfalls durch einen Neubau ersetzt werden."

Starke Risse seien bei der Überprüfung an der Unterseite der Brücke in der Wittenburger Straße über die Eisenbahn festgestellt worden, teilt das Amt für Verkehrs management mit. Bei einer regelmäßigen Kontrolle könne die "Restnutzungszeit" de r Brücke jedoch noch ausgeschöpft werden. Keinen Neubau, sondern eine "umgehende Instandsetzung" empfiehlt der Prüfer für die Fußgängerbrücke im Bosselmannweg über die Crivitzer Chaussee.

"Es gibt keinen Grund zur Panik, aber wir müssen uns mit den Brücken be fassen", sagt der Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, Dr. Bernd Smerdka. So analy siere die Stadt derzeit etwa, ob es Alternativen zu den Unterführungen in der Dieselstraße und im Bosselmannweg gäbe.

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