Geburtshilfe in Ludwigslust wird geschlossen

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14. März 2010, 08:24 Uhr

Ludwigslust | Die Krankenhaus Holding Westmecklenburg plant zum 30. Juni diesen Jahres die Schließung der Geburtshilfe am Standort des Krankenhauses Stift Bethlehem bei gleichzeitiger Verlagerung und Konzentration der Abteilung im Kreiskrankenhaus Hagenow. Das geht aus einer Pressemitteilung der Holding hervor. Dieser Schritt geschehe in der Absicht, die Qualität in der Geburtshilfe durch Vernetzung und Konzentration der medizinischen Angebote auf Dauer zu sichern.

Für werdende Mütter aus der Region bedeutet das ab Mitte des Jahres vor allem längere Wege. Die nächsten Kliniken mit angegliederter Geburtshilfe finden sich in Perleberg, Parchim, Crivitz, Schwerin und natürlich in Hagenow. Offen ist, ob die Holding mit dem Schritt die Zahl der Geburten in ihrem Verbund wird halten können. Dennoch kommt der Schritt, die Geburtshilfe in Ludwigslust ersatzlos zu schließen, ziemlich überraschend. Bisher war immer nur von einer Spezialisierung zwischen Hagenow und Ludwigslust die Rede. Aus Gründen eines hohen Qualitätsanspruches, wie die Holding formuliert. Deshalb hat sie bereits vor vier Jahren die stationäre kindermedizinische Versorgung für den Landkreis im Krankenhaus Hagenow zusammengefasst. 2009 wurde die Pädiatrie durch ein Mutter-Kind-Zentrum im Kreiskrankenhaus Hagenow ergänzt, das nach modernsten medizinischen und pflegerischen Gesichtspunkten ausgebaut und eingerichtet worden ist.

Wie alle Kreise hat auch der Kreis Ludwigslust mit abnehmenden Geburtenzahlen zu kämpfen. Weniger Geburten - das habe nach Meinung des Holdingvorstandes Folgen für den Erhalt des hohen Standards bei der medizinischen und geburtshilflichen Versorgung der werdenden Mütter und ihrer neugeborenen Kinder. Schließlich gelte, so die Holding, für die Entbindungen der gleiche Grundsatz, wie für jede andere medizinische Leistung: Das gute Wissen und die hohe Qualität können sich nur dort weiterentwickeln, wo es in ausreichender Zahl Anwendung findet und Erfahrungen gemacht werden können.

"Versorgungszentrale" für Mütter und Kinder in Hagenow

"Inzwischen ist die Hagenower Abteilung mit hoher Qualität und Kompetenz zu einem zentralen Baustein für eine medizinisch hochwertige Versorgung von Müttern und Kindern geworden", sagt die Holding in ihrer Mitteilung.

Dieser Schritt der Qualitätssicherung auf hohem Niveau werde im Jahr 2010 konsequent fortgesetzt. In einem abgestimmten Konzept soll nun auch die Geburtshilfe gestärkt und ausgebaut werden. Laut Pressemitteilung ist vorgesehen, die Geburten und die damit verbundene Versorgung der Säuglinge im Bereich der Krankenhausholding Westmecklenburg im Kreiskrankenhaus Hagenow zu konzentrieren und gleichzeitig die dort vorhandenen fachübergreifenden Kompetenzen zu stärken. Ob das die werdenden Mütter der Region auch so sehen, weiß niemand.

Unterstützt werde dieses Konzept durch das in Ludwigslust angegliederte Facharztzentrum Westmecklenburg mit seiner gynäkologischen Praxis im Stift Bethlehem. Dadurch sei auch weiterhin die Vor- und Nachsorge am Standort Ludwigslust in vollem Umfang gewährleistet.

Auf die jetzt im Bereich der Entbindungsstation des Ludwigsluster Stiftes tätigen Ärzte und Schwestern werden mit der Schließung spätestens Mitte des Jahres ebenfalls Änderungen zukommen. Es sei nicht geplant, dass die Mitarbeiter im Zuge der Zentralisierung am Standort Hagenow gleichfalls an das Kreiskrankenhaus wechseln. Da die gynäkologische Abteilung in Ludwigslust erhalten bleibe, würden die Ärzte weiterhin in Ludwigslust gebraucht. Ebenso die Schwestern. Sie werden im pflegerischen Bereich andere Aufgaben übernehmen.

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