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Lokales

11. Dezember 2017 | 11:06 Uhr

Geballtes Johnson-Wissen

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2010 | 07:52 Uhr

Rostock | Ab kommenden Donnerstag, 27. Mai, bis Sonntag lädt die Uwe-Johnson-Gesellschaft zu einer Tagung mit dem Titel "Identität des Autors zweifelhaft. Uwe Johnson. Werk und Leben." in den Bürgerschaftssaal im Rathaus ein. Die Vortragsreihe, bei der internationale Referenten ebenso wie Johnson-Anfänger sprechen werden, ist auch als eine Art erster großer Schritt der im Februar gegründeten Gesellschaft in die Öffentlichkeit zu verstehen.

Professor Holger Helbig hat an der Universität Rostock die Uwe-Johnson-Professur inne. Mit der Entwicklung der Gesellschaft seit ihrer Gründung ist der Germanist zufrieden: "Wir erhalten täglich ein bis zwei neue Anmeldungen." Die Zahl der Mitglieder steigt stetig. Zur Tagung rechnet Helbig mit 100 Teilnehmern - unter anderem aus den Niederlanden, Italien und Schweden.

Das große Interesse aus Fachkreisen, so Helbig, liege vor allem an der Auswahl der Redner. Namhafte Wissenschaftler werden in Vorträgen zu Johnsons Leben, Werk und Rezeption sprechen. "Aber wir haben auch populäre Themen und Referenten, die nicht aus dem akademischen Feld stammen, auf das Programm gesetzt", berichtet Helbig. Schließlich wolle die Gesellschaft auch Laien und Johnson-Einsteiger ansprechen.

Wissenschaftler aus ganz Deutschland, aber auch aus Großbritannien, der Schweiz, Kanada und den USA werden erwartet. Dass sich Literaturwissenschaftler an den führenden Hochschulen weltweit mit Johnsons Werk auseinandersetzen, erklärt Helbig: "Johnson gilt aus internationaler Sicht in der deutschen Nachkriegsliteratur als einer der führenden Literaten - zusammen mit Heinrich Böll und Günter Grass." In der Entwicklung des deutschen Realismus stehe Johnson in einer Reihe mit Theodor Fontane und Thomas Mann.

Das Interesse aus Fachkreisen in Deutschland und weltweit an der Arbeit der Uwe-Johnson-Gesellschaft ist bereits rege. "Wir haben nun auch eine Doktorandin aus Japan, die extra nach Rostock gekommen ist, weil sie gesehen hat, dass es sich hier gerade ballt." Aber auch die Neugierde der Rostocker ist gewachsen. Die Johnson-Vorlesung, die immer montags im Peter-Weiss-Haus ist, erfreut sich wachsender Beliebtheit. "Es werden von Woche zu Woche mehr Zuhörer aus der Stadt. Die Veranstaltung spricht sich herum", berichtet Helbig.

Die Referate der Tagung werden später im Johnson-Jahrbuch publiziert. Im Herbst soll die Redaktion dieser Publikation ebenfalls nach Rostock umziehen. Darüber hinaus soll es weitere Veranstaltungen geben, zum Beispiel ein gemeinsames Projekt im Oktober mit der Uwe-Johnson-Bibliothek in Güstrow.


Ein langfristiges Ziel ist die Veröffentlichung einer Werkausgabe. Darüber wird ein auf der Tagung zu wählendes Kuratorium beraten. "Bis sie fertig ist, werden aber noch mindestens zwei Jahre vergehen", so Helbig. Das sei branchenüblich. Auch ein Übersetzungsprojekt ist angestrebt. Die Romane Johnsons sollen mit Unterstützung der EU in mehrere europäische Sprachen übertragen werden.

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