Gasverpuffung: Ursache noch unklar

Foto: Lars Reinhold
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01. Februar 2011, 05:53 Uhr

Neuhausen | Schreckmoment gestern Vormittag in Neuhausen: Bei einer Gasverpuffung im Dorf wird eine Frau verletzt und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Am Haus entstehen schwere Schäden, es ist vorerst unbewohnbar.

"Kurz nach zehn Uhr habe ich den Knall gehört und aus dem Fenster geschaut, was passiert ist", berichtet Nachbarin Evelin Kalaß. "Dort habe ich meine Nachbarin liegen sehen und sofort ihre Großnichte angerufen, die hat dann den Rettungsdienst verständigt."

Kurz darauf ist Evelin Kalaß nebenan. "Da war meine Nachbarin schon wieder von selbst zurück ins Haus gegangen, offenbar stand sie unter Schock. Ich habe sie dort rausgebracht und auch die Gasflasche zugedreht, denn das Gas strömte weiter aus, das Zischen war deutlich zu hören."

Inzwischen war auch Ingrid Rendler, Großnichte der Verletzten, eingetroffen und beide kümmerten sich um die Frau, die vor kurzem ihren 85. Geburtstag gefeiert hatte. "Sie hatte Schnittverletzungen, war aber ansprechbar und geistig auch voll da." Nach der Erstversorgung durch den Notarzt, der via Hubschrauber aus Perleberg kam, wurde die Frau mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Für die wenig später eintreffenden Feuerwehrleute aus Neuhausen und Berge blieb nicht mehr viel zu tun. "Wir haben die in solchen Fällen üblichen Maßnahmen eingeleitet, also die Sicherungen rausgedreht und das Wasser abgestellt, damit nicht noch etwas passieren kann", berichtet Ralf Kalaß von der Neuhausener Wehr. Mit einem weiteren Kameraden unterstützte er anschließend die Kriminaltechniker bei ihrer Arbeit.

"Zuerst haben wir den Unglücksort in Augenschein genommen und Fotos zur Dokumentation gemacht. Anschließend ging es ins Detail, vor allem den Gasherd und den Verbindungsschlauch zur Gasflasche haben wir uns genauer angesehen", erklärt Kriminaltechniker Jens Nehring. Auf den ersten Blick habe man am betagten Gasherd keine offensichtlichen Defekte feststellen können, deswegen müssten Teile demontiert und genauer untersucht werden. "Das Gas könnte auch durch einen defekten Schlauch ausgetreten sein, aber für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh", so der Experte.

Auch bliebe die Frage zu klären, wie sich das Gas entzünden konnte. "Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden, außerdem kann es nur in einem bestimmten Mischungsverhältnis mit Luft zu einer Verpuffung kommen", erklärt Jens Nehring. Um der Ursache auf die Spur zu kommen, vermessen er und sein Kollege zum Abschluss die Räume, um so Aufschluss über die Ausbreitung der Druckwelle zu bekommen.

Das Haus ist nach erster Einschätzung nicht mehr bewohnbar. Ob es in seiner Standsicherheit gefährdet ist muss ein statisches Gutachten klären. Gemeinsam mit der Feuerwehr werden es die Angehörigen des Opfers vorerst sichern.

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