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Stadt will Azubis aus dem Gastgewerbe in Schwerin halten : Gastro-Streit vor Gericht klären

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Nach den Vorgaben des Ministeriums dürfen an der Beruflichen Schule Gewerbe, Gartenbau und Sozialwesen vom kommenden Schuljahr an keine Eingangsklassen in Gastronomie/Gastgewerbe gebildet werden.

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erstellt am 05.Jul.2011 | 10:05 Uhr

Schwerin | Im Streit um die künftige Ausbildung von Berufsschülern im Gastronomie-Bereich will die Stadt nicht nachgeben. Gegen die Weisung des Landes, von diesem Schuljahr an keine Schüler aus der Gastro-Branche mehr in Schwerin auszubilden, wird die Kommune juristisch vorgehen. Das kündigte Schuldezernent Dieter Niesen (SPD) gestern an. "Im Interesse der Auszubildenden und der Betriebe können wir die Auffassung des Bildungs ministeriums nicht akzeptieren", unterstrich er.

Nach den Vorgaben des Ministeriums dürfen an der Beruflichen Schule Gewerbe, Gartenbau und Sozialwesen in Süd in der Berufsgruppe Gastronomie/ Gastgewerbe vom kommenden Schuljahr an keine neuen Eingangsklassen gebildet werden. Im Klartext: Wer in diesem Jahr seine Lehre zum Koch, Hote l- oder Restaurant fachmann, zur Fachkraft im Gastgewerbe oder zum Fachmann für System gastronomie beginnen möchte, muss zur Berufsschule in Wismar oder Parchim fahren. Lediglich die jetzigen Azubis können bis zum Ende ihrer Lehrzeit weiter in der Werkstraße lernen (wir berich teten). Begründet hatte das Ministerium seine Entscheidung gegen Schwerin und für die Standorte in Wismar und Parchim vor allem mit sin kenden Schülerzahlen. So würden in Schwerin derzeit im ersten Lehrjahr nur 52 Azubis im Gastro-Gewerbe ausge bildet, in Wismar etwa seien es 20 mehr. "Eine Schülerzahl von 50 führt zu Problemen hinsichtlich der Erteilung des Fachunterrichts. Insofern ist die Aufhebung eines Standortes zur Stärkung der verbleibenden Berufs schul standorte er forderlich", so Staats se kretär Udo Michallik (CDU) in einem Brief an Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke).

Niesen will diese Argumentation nicht gelten lassen. Die Ausbildung von Nachwuchs in Gastronomie und Ho tellerie habe für die Landeshauptstadt eine existenzielle Bedeutung, erklärte der Dezernent. "Es geht bei diesem Thema um die Zukunftsfähigkeit Schwerins." Niesens Befürchtung: Noch mehr junge Leute könnten der Gastro-Branche und damit auch gleich der Stadt den Rücken kehren, sollte die Weisung aus dem Ministerium umgesetzt werden.

Dass angesichts sinkender Schülerzahlen die Berufsschulkapazitäten in der Region gebündelt werden müssen, stelle auch die Landeshauptstadt nicht in Frage, sagte Niesen. Die Verwaltung favori siere bei der Gastro-Aus bildung deshalb eine Zusammenarbeit zwisch en Schwerin und Wismar.

Der Schuldezernent zeigte sich zu versichtlich, dass die Stadt mit ihren Bemühungen, gegen die Weisung aus dem Ministerium juristisch vorzugehen, erfolgreich sein werde. Tatsächlich er zielte die Kommune in der Vergangenheit schon einmal einen Teilerfolg vor Gericht. So hatte das Bildungsministerium bereits Anfang 2010 versucht, die Gastro-Ausbildung in Schwerin per Erlass auslaufen zu lassen. In einem "einst weiligen Rechtschutzverfahren" vor dem Schweriner Verwaltungsgericht erreichte die Landeshauptstadt einen Aufschub. Eine endgültige Entscheidung des Gerichts steht noch aus. Auch eine Normenkontrollklage der Stadt vor dem Oberverwaltungsgericht in Greifswald wurde noch nicht be schieden.

Er sei weiterhin voller Hoffnung, dass im 1. September Gastronomie-Schüler ihre Ausbildung an der Berufsschule in Schwerin beginnen werden, betonte Niesen.

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