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Lokales

17. Dezember 2017 | 03:21 Uhr

Gasbombe sprengt Bankautomaten

vom

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2010 | 08:58 Uhr

Kavelstorf | Ein großes schwarzes Loch klafft in der Wand der VR-Bankfiliale in Kavelstorf. Verrußte Kunststoff- und Metallteile liegen am Boden. In der Nacht zu gestern haben unbekannte Einbrecher hier versucht, mit einer Gasbombe einen Geldautomaten zu sprengen. Seine Überreste sind im gesamten Foyer der Bankfiliale verstreut.

Der Diebstahl nach der Detonation blieb jedoch erfolglos: Die Täter flohen ohne Geldkassette. In welche Richtung, ist bislang unklar. Der entstandene Sachschaden ist aber bereits ermittelt: 45 000 Euro. Schon vor einer Woche war in Schwaan ein Automat einer anderen Bank gesprengt worden. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen besteht, ist nicht bekannt.

Die Einbrecher in Kavelstorf scheinen gut vorbereitet gewesen zu sein: Sie hebeln die Tür der ländlich gelegenen Filiale auf und setzen die Überwachungsanlage außer Gefecht: Sie besprühen die Kameras mit schwarzer Farbe.

"Anschließend leiten sie ein unbekanntes Gasgemisch in den Geldautomaten", sagt Volker Werner, Sprecher der Polizeidirektion Rostock. Damit die Einbrecher an die Geldscheine in der Anlage herankommen, entzünden sie das Gas. Der Automat explodiert und wird aus der Wand gerissen. Die Detonation erzeugt eine Druckwelle, die sämtliche Scheiben des Foyers zerspringen lässt. Die Fensterbretter fliegen bis zu 20 Meter durch die Luft. Die Türen werden zerstört. Auch andere technische Geräte in dem Raum werden beschädigt. Der Anschlag auf den Auszahlungsautomaten löst einen Alarm aus. Die Täter fliehen ohne die stählerne Geldkassette. "Vermutlich waren sie mobil", sagt Werner. Durch den Alarm werden gleichzeitig die Polizei, der Sicherheitsdienst und die Filialleitung auf das Verbrechen aufmerksam.

Die Kriminalpolizei konnte gestern Morgen Spuren am Tatort sicherstellen. Während die Beamten erste Ermittlungen anstellten, nahmen die Mitarbeiter der Kavelstorfer Geschäftsstelle ihren Dienst wieder auf. Ab 7.30 war die Filiale geöffnet. "Wir haben dort vorerst zusätzliches Personal beschäftigt, damit die Kunden ihr Bargeld bekommen", sagt Frank Assmann, Vertriebsleiter der VR-Bank im Bereich Rostock. Dass der Betrieb für die Kunden läuft, hatte für ihn auch nach dem Angriff auf die Filiale Priorität. Von der Gewalt, mit der die Täter in der Nacht zuschlugen, ist er verblüfft. "Ich bin erschüttert, mit welchen brutalen Methoden die Täter vorgehen", sagt Assmann. Er sei jedoch froh, dass sich die Investitionen der vergangenen Jahre in die Sicherheitstechnik gelohnt haben. "Es wurde dadurch kein Bargeld gestohlen und glücklicherweise auch kein Mensch verletzt", sagt der Vertriebsleiter.

Bereits in der Nacht zum 23. April hatten unbekannte Täter einen Bargeldautomaten in einer Schwaaner Bankfiliale gesprengt. Die Täter, die vermutlich zu zweit unterwegs waren, flüchteten mit der Beute. Die Kriminalpolizei ermittelt, ob ein Zusammenhang zum gestrigen Einbruch in Kavelstorf besteht. Bei den Ermittlungen nach den Tätern bittet die Polizei um Mithilfe. Gerade von Autofahrern, die in der Nacht in der Nähe des Tatorts unterwegs waren, erhoffen sich die Beamten wichtige Hinweise unter 652110.

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