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Lokales

19. September 2017 | 20:55 Uhr

Gartenstadt bangt um ihre letzte Grünfläche

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2011 | 08:23 Uhr

Gartenstadt | Geld oder Bäume - darum geht es bei der letzten verbliebenen Grünfläche in der Gartenstadt. Während die Verwaltung das 560 Quadratmeter große Grundstück "Im Garten" als Beitrag zur Sanierung des städtischen Haushalts verkaufen will, lehnt der Ortsbeirat dieses Vorhaben ab. "Wir wollen erst die Anwohner anhören", sagt dessen Vorsitzende Yvonne Friederich (FDP). Für dieses Vorgehen stimmte auch die Bürgerschaft auf ihrer vergangenen Sitzung. Die endgültige Entscheidung über den Verkauf soll nun voraussichtlich im September im Hauptausschuss fallen. "Damit hat der Ortsbeirat auch genug Zeit, um die Anwohner ordnungsgemäß einzuladen", so Friederich.

Aus Sicht des Ortsbeirates sei es notwendig, in der gesamten Stadt möglichst viele Grünflächen zu erhalten. Beim umstrittenen Objekt neben der Kindertagesstätte "Pusteblume" in der Straße Im Garten handele es sich dabei um eine prägende Grünfläche von besonderem Wert - wegen ihrer Einzigartigkeit im Viertel. Da helfe auch die Nähe zum Barnstorfer Wald nichts, so Friederich: "Da ist doch noch ganz schön Luftlinie dazwischen." Am liebsten würde sie zu den aktuell vorhandenen Bäumen und der Rasenfläche auch die Parkbank wieder aufstellen, die bereits vor ein paar Jahren ersatzlos abgerissen wurde.

Die Verwaltung sieht in dem Grundstück hingegen eine freie Lücke in einem beliebten Wohngebiet. Dieser städtebauliche Missstand solle nun beseitigt werden. "Das in Rede stehende Grundstück soll als Wohngrundstück ausgeschrieben werden", sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Von dem Verkauf erhofft sich die Stadt einen Erlös von 100 000 Euro und mehr. Positiver Nebeneffekt: Rostock bekäme wieder ein paar Einwohner und damit Einnahmen mehr.

Entscheidung im Hauptausschuss

Eine prägende Fläche sei das Areal jedenfalls nicht, so der Oberbürgermeister: "Aufgrund seiner geringen Größe hat diese Fläche keinen prägenden Charakter als öffentliche Grün- oder Parkanlage." Auch unter dem Aspekt der allgemeinen Versorgung mit öffentlichen Grünflächen besitze das Grundstück nur eine nachrangige Bedeutung. Daher sei eine Beteiligung des Ortsbeirates eigentlich unnötig. Unabhängig davon habe das Gremium seine Meinung nun bereits geäußert. "Insofern ist faktisch eine Beteiligung erfolgt und dessen Auffassung bei der Abwägung der Frage, ob die beabsichtigte Ausschreibung erfolgen soll eingeflossen", sagt Methling. Wie der Verkauf zu erfolgen habe, sei in der Hauptsatzung geregelt. Demnach habe ausgehend von den Bodenwerten der Hauptausschuss das letzte Wort darüber, ob die Fläche veräußert wird und wer dann den Zuschlag erhält.

Pro Jahr nimmt die Hansestadt Rostock durch den Verkauf ungenutzter Grundstücke zwischen drei und fünf Millionen Euro ein. Voraussetzung für Veräußerungen ist, dass die Stadt die Flächen nicht selbst benötigt und diese daher brach lägen.

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