Ganze Straßen unter Wasser

<strong>Etwa 36 Kubikmeter Erde</strong> baggern die Mitarbeiter der Strabag aus, um den Rohrbruch freizulegen <foto>Irene Burow</foto>
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Etwa 36 Kubikmeter Erde baggern die Mitarbeiter der Strabag aus, um den Rohrbruch freizulegen Irene Burow

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09. Juli 2010, 09:04 Uhr

Warnemünde | Es war 6.20 Uhr in der Früh, als Tochter Anne Kühne-Sommer ihre Eltern Marion und Gert Kühne aus dem Schlaf riss: Gestern ist ein Wasserrohr zwischen den Einfahrten der Nummern 50 und 51 in der Richard-Wagner-Straße geplatzt. Nach einem Knall ging alles ganz schnell. Binnen Sekunden stand ihr halbes Grundstück unter Wasser. "Eine 1,5 Meter-Fontäne schoss aus dem Boden", sagt Gert Kühne, "das Wasser lief durch die Außenwände in unseren Keller hinein, unsere Werkstatt stand komplett unter Wasser." Eine solche Menge schaffte das Abflusssiel nicht mehr. Überflutet war in den Morgenstunden auch die Straße bis zur gegenüberliegenden Seite, so dass sie voll gesperrt werden musste. Schnell an Ort und Stelle war die Feuerwehr, die das Wasser abpumpte. Der Verkehr wurde später durch die Polizei geregelt und blieb auch durch die Baumaßnahmen der Firma Strabag noch eingeschränkt. Im Zuge des Geschehens gingen in der Leitwarte von Eurawasser 25 Anrufe ein, denn in der Straße kam es zu einem kurzzeitigen Versorgungsausfall. Sieben Häuser mit etwa 130 Anwohnern konnten tagsüber nicht mit Trinkwasser versorgt werden. Dafür wurden zwei mobile Trinkwasseranlagen bereitgestellt.

Ein möglicher Grund für das geplatzte Rohr könnte die derzeitige Hitze sein. "Es ist wie im Winter, bei exremen Temperaturschwankungen kommt es zu Spannungen im Material und die Rohre können brechen", so Bauleiter Thorsten Kaschta, den bereits am Donnerstag ein Rohrbruch bei der Jugendherberge in Atem hielt. Das betroffene Asbestrohr ist 39 Jahre alt, aus dem Baujahr 1971, und hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern. Es wurde auf einer Länge von vier Metern ausgetauscht.

"Ich bin froh, dass unser Keller verschont geblieben ist", sagt Anke Siemer aus der Hausnummer 50. Denn diesen hat die Familie zu einer Ferienwohnung ausgebaut, die auch belegt ist. "Das Wasser sprudelte nur so und versickerte nur langsam. Es ist schon erstaunlich, was es so anrichten kann. Trotzdem weiß man es erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat." Am Abend waren die Arbeiten beendet und die Anwohner hatten wieder fließend Wasser. Der Schrecken bleibt jedoch, und einiges an Aufräumarbeiten für Familie Kühne. Der einzige Lichtblick: Bei den heißen Temperaturen trocknen die Kellerräume schnell.

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