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Lokales

23. November 2017 | 06:52 Uhr

Galgenberg bleibt umzäunt

vom

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2011 | 07:04 Uhr

Perleberg | Viele Wege führen nach Rom, der zum Galgenberg wird weiter am Zaun enden. Zur Sitzung des Kulturausschusses nutzte Hans-Otto Rülker die ihm gebotene Möglichkeit, die Abgeordneten zu überzeugen, wieder einen freien Zugang zu dieser einstigen Richtstätte zu schaffen.

Bereits im Jahre 2001 bescheinigte die untere Denkmalbehörde des Landkreises dem Perleberger, der damals noch als Abgeordneter der Linken fungierte, dass diese ehemalige Hinrichtungsstätte ein unverzichtbarer Bestandteil der Perleberger Stadtgeschichte sei. Rülker führte ergänzend dazu an, dass jene auch die letzte ihrer Art in Preußen war.

150 Jahre hatte der Zugang Bestand, so Rülker, jetzt künden nur noch eine Tafel am Wegesrand von der Geschichte dieser mittelalterlichen Richtstätte. Die Aufforderung, den Galgenberg, auf dem sich ein Gedenkstein befindet, selbst in Augenschein zu nehmen, scheitert bereits am Stacheldrahtzaun hinter der Tafel.

Dass der Galgenberg ein Stück Stadtgeschichte ist, das wolle niemand in Abrede stellen, betonte Bürgermeister Fred Fischer. Allerdings befinde sich das Areal in Besitz mehrerer Privateigentümer. Die Stätte unter Denkmalschutz stellen zu lassen, schließe nicht ein, dass sie auch öffentlich begehbar sein müsse, wenn der Eigentümer es nicht möchte, so Fischer.

In der Stadt hätte man etliche unter Denkmalschutz stehende private Anwesen. Auch hier könne nicht jeder einfach ein- und ausgehen. Einen Zugang über das Gelände der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte zu gewähren, räumten Fischer wie auch Kämmerin Ute Brüggemann kaum Aussicht auf Erfolg ein. Versicherungstechnische und Fragen der Sicherheit stünden dem entgegen, zudem sei die Ausbildungsstätte nicht Eigentümer des Areals.

Auf Zustimmung im Ausschuss stieß, zumindest Gespräche mit den Eigentümer zu führen und davon weitere Schritte abhängig zu machen. Vorstellbar wäre, wenn Schulklassen Interesse bekunden, dass der Eigentümer hier Führungen gestatte. Einfluss auf die Lehrpläne an den Grundschulen, sprich Heimatgeschichte erlebbar zu unterrichten, werde die Stadt nicht nehmen können. Aber "wir haben den Kinderstadtführer und auch im Flyer zur Geschichte der Stadt und Wanderbeschreibungen kann und sollte der Galgenberg eine Rolle spielen", so Fischer.


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