Gärtnerei blüht auf

svz.de von
15. Juli 2010, 08:36 Uhr

Perleberg | Während gegenwärtig unter Folie die Tomaten und im Freiland Salat, Zwiebeln, Kohlrabi und Bohnen reifen, blüht auch die Gärtnerei der Lebenshilfe selbst auf. Es wird gebaut und umgebaut, modernisiert und Neues geschaffen, bringt es Harm Carls, Geschäftsführer der Lebenshilfe, auf den Punkt. Rund 850 000 Euro für Grundstückskauf und Umgestaltung investiert die karitative Einrichtung in das Areal in der Hamburger Straße. "Davon sind rund 522 000 Euro von der Investitionsbank", fügt Carls an. Denn mit dem Um- und Ausbau entstehen auch neue Arbeitsplätze.

Beruflich eine Aufgabe und Anerkennung

36 psychisch wie auch physisch behinderte Menschen haben hier bereits eine Aufgabe gefunden, die ihnen Spaß macht, sie ausfüllt und vor allem das Gefühl gibt, gebraucht zu werden.

Zu DDR-Zeiten baute die GPG auf dem Gelände an der B 5 vorwiegend Gemüse an, seit 1996 ist die Lebenshilfe Pächter der Gärtnerei und seit dem vergangenen Jahr Eigentümer.

Das Haupthaus wird derzeit komplett neu gestaltet. Die Bedingungen für die einzelnen Arbeitsbereiche werden verbessert, für die Direktvermarktung, beispielsweise von Kunstgestecken und dergleichen, werden Räumlichkeiten geschaffen, ebenso Aufenthalts- und Therapieräume für die hier arbeitenden mehrfach Behinderten. Entstehen wird auch ein neuer Speiseraum. Angedacht ist in der Folgezeit, dass hier auch die Kundschaft bei einer Tasse Kaffee verweilen kann. Eine Art Gartencafé im ganz kleinem Stil schwebt Carls vor. Eine gastronomische Einrichtung wollen man keinesfalls betreiben, mehr etwas in Richtung Erlebniseinkauf: Schauen, sich beraten lassen bei Kaffee und Kuchen. Dafür entsteht eine Sitzterrasse und der Hofbereich erhält ein neues Gesicht.

Sichtbare Gestalt hat bereits die neue Umzäunung angenommen. "Seit langem hatten wir immer wieder Probleme mit Einbrüchen. Der Zaun war marode und für Langfinger kein Hindernis", so der Geschäftsführer. Jetzt wurde das Grundstück neu vermessen und ein neuer Zaun gesetzt.

Aber man will sich nicht nur äußerlich attraktiver geben, Arbeitsplätze schaffen und die Arbeitsbedingungen verbessern, sondern auch das Angebot vergrößern. "Denn die Nachfrage nach Obst und Gemüse aus der Lebenshilfe-Gärtnerei ist da." So ist noch ein Zwei-Kammer-Folienzelt ins Auge gefasst, wo dann zusätzlich Tomaten, Salat, Paprika und dergleichen im ökologischen Landbau gedeihen. "Die kurze Sommerzeit wollen wir so einfach etwas verlängern, sie früher beginnen lassen, in dem wie die ersten Tomaten bereits Ende Februar/Anfang März pflanzen." Zudem gibt es eine neue Beregnungsanlage, denn "wo die Sommer immer trockener werden, ist ohne kein Ertrag zu erzielen", betont Harm Carls. Eigens dafür wurde ein Brunnen gebohrt.

Auch die bestehenden Gewächshäuser werden etwas modernisiert, erhalten neue Schiebetische, die die Arbeit enorm erleichtern. Die Blumenaufzucht bekommt eine neue sogenannte Beschattung und auch der Baumschulware wird ein Schleppdach mit Folie schattigen Schutz bieten.

Ende August, Mitte September soll eigentlich die Masse geschafft sein. Später werde dann auch noch das Ein-Familienhaus modernisiert. Die Vorstellungen laufen darauf hinaus, den unteren Bereich für Arbeitsmaßnahmen und als Büroräume zu nutzen und im oberen eine Wohnung "für unsere eigenen Angestellten so nach dem Modell Arbeit und wohnen auszubauen", wirft Harm Carls schon einen Blick voraus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen