zur Navigation springen
Lokales

21. November 2017 | 09:16 Uhr

Gärten an der Stepenitz unter Wasser

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2011 | 08:07 Uhr

Perleberg | "Das Wasser der Stepenitz hat derzeit einen maximalen Durchlass durch die Stadt", betont Uwe Schleich, zuständig für den Katastrophenschutz und die Feuerwehren in der Stadt. Für den Pegel Perleberg/Schule besteht seit Sonntag die Alarmstufe I. Zwar sei die volle Stepenitz kein alltägliches Bild aber auch kein ungewöhnliches, wie ein Perleberger bemerkte. Er könne sich noch gut an das Jahr 1993 erinnern, als der ganze Hagen und Teile der Altstadt unter Wasser standen. Seit es das Hochwasserrückhaltebecken gebe, leben man nicht mehr mit dieser Angst.

Dennoch schwappte auch in Bereichen von Perleberg die Stepenitz über die Ufer, musste der Weg An der Rieselei gesperrt werden, wie auch die Furth an der Neuen Mühle. Kleingärten in besagten Überflutungsgebieten stehen unter Wasser. Das Hochwasserrückhaltebecken hingegen weist noch Reserven auf, wie Kleingärtner betonen. Mit Unverständnis reagieren daher auch jene, für deren Anwesen es derzeit mal wieder heißt: Land unter. Warum staut man nicht weiter an, hält sich statt dessen Reserven offen für eine Hochwasserwelle, die möglicherweise kaum kommt?

Bernd Lindow, Leiter der unteren Wasserbehörde, bringt es auf einen kurzen Nenner: Die Stepenitz hat eine sehr kurze Vorwarnzeit, sie liegt bei maximal acht Stunden." Mit ihrem hohen Fließgefälle, sie überwindet in ihrem Verlauf auf einer Länge von 86,4 Kilometer einen Höhenunterschied von 84 Meter, zeige sie Eigenheiten eines Gebirgsbaches, der bei Niederschlägen schnell anschwillt. Es dauert aber mehrere Tage, um das Hochwasserrückhaltebecken wieder zu entleeren. "Damit wird ein Starkregen zu einem unkalkulierbaren Risiko, der Damm wird überströmt, Schäden im Stadtgebiet könnten die Folge sein", so Lindow, würde man diese Staureserve nicht vorhalten.

Bei Hochwasserereignissen wie dem aktuellen mit einem Abfluss zwischen 25 und 30 Kubikmeter in der Sekunde am Montag sind Garten- und Erholungsflächen, Nebengebäude und Erholungsbauten in Stepenitznähe vom Hochwasser betroffen, das sei allen für den Hochwasserschutz Verantwortlichen bewusst, betont Lindow. Aber in Abwägung mit der Gefährdung für die Allgemeinheit müsse das durch den Einzelnen hingenommen werden.

Zuständige Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Stadtwehrführer Andreas Rohloff sehen sich täglich die neuralgischen Punkte in Perleberg an, um gegebenenfalls umgehend Maßnahmen einzuleiten, wie Uwe Schleich betont. Auf den Fall der Fälle sei man vorbereitet, 60 Sandsäcke, die mit Unterstützung des Stadtbetriebs hofes gefüllt wurden, liegen in der Feuerwache, um notfalls dem Nass Einhalt zu gebieten. "Unser Bestreben ist es, das Wasser bis heute durch die Stadt zu bekommen. Denn es sind wieder Regenfälle angesagt", so Uwe Schleich.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen