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Schlagsdorf Zwei Baustellen unter einem Dach

Von Tore Degenkolbe | 15.03.2018, 16:00 Uhr

Im Grenzhus gehen die Bauarbeiten in die letzte Phase. Mitarbeiter des Museums planen schon die kommenden Ausstellungen

Noch krächzen Motorsägen im Grenzhus in Schlagsdorf, die Arbeiten in dem Museum sind aber in den letzten Zügen. Eigentlich sollten sie zum Ende dieses Monats abgeschlossen sein, nun verzögern sie sich aber noch etwas. „Der plötzliche Wintereinbruch und auch die Ausstellungsplanung, die sich etwas anders gestaltet als vorgestellt, trugen zur Verzögerung bei“, erklärt Museumsleiter Dr. Andreas Wagner. Statt Ende Mai soll das Grenzhus nun im Juli wiedereröffnet werden. Bis dahin ist noch einiges zu bearbeiten – auf beiden Baustellen, Haus und Ausstellung. „Der Rohbau ist bereits abgeschlossen, ebenso wie die Installationen. Nun geht es an den Ausbau der Räume“, sagt der Museumsleiter. In Kürze sollen die Arbeiten an Treppe und Lift beginnen, die dem Anspruch an einer barrierefreien Einrichtung Rechnung tragen. Zudem müssen die Wände verputzt, gestrichen und noch einige Elektroleitungen verlegt werden.

Während im Gebäude fleißig die Trockenarbeiten laufen, macht sich Dr. Andreas Wagner mit seinen Mitarbeitern Gedanken zu der kommenden Ausstellung. Denn wenn die Räume erst einmal bezugsfertig sind, sollen die Exponate nicht allzu lange auf sich warten lassen. „Das geht dann ganz schnell. Wir planen bereits jetzt unsere Dauerausstellung.“ Dabei hat sich der Museumsleiter schon ein Konzept für die neuen räumlichen Teilungen überlegt. „Jeder Raum soll ein in sich geschlossenes Thema sein. Die Themen werden schon draußen im Gang präsentiert und in den einzelnen Räumen dann vertieft.“

Mit der Eröffnung sollen auch neue Themen vorgestellt werden. „Zum Beispiel gibt es Bereiche, in denen sich unser Wissen verändert hat. Aussagen zur Grenzflucht und zu den Grenztoten sollen dargestellt werden, ebenso wie der Themenkomplex des Grenzschutzes durch die Bundesrepublik“, erklärt Museumsleiter Wagner. Aktuell sei man dabei, das neu hinzugekommene Material einzuordnen. „Wir gehen gerade die Objektlisten durch.“

Trotz der Baustellen soll das Grenzhus den Besuchern aber nicht verschlossen bleiben. Das Museum ist nicht zu betreten, die Exponate stehen aber provisorisch in anderen Gebäuden. Das Konzept funktioniere. „Wir haben unter der Woche Besucher und am Wochenende sogar größere Zahlen. Das zeigt uns, dass wir das Richtige gemacht haben“, sagt der 54-Jährige.

Neben dem Museumsbetrieb soll auch der Bildungsauftrag des Grenzhus‘ nicht zu kurz kommen, so der Leiter. „Wir haben hier trotzdem Studientage. Schülergruppen kommen her und informieren sich über die Geschichte, starten Diskussionen“, sagt Dr. Andreas Wagner. So wie neulich zu dem Kunstprojekt der Gadebuscher Gymnasiasten (SVZ berichtete). „Das Grenzhus bleibt ein Lernort – auch im Übergang“, äußert sich der Museumsleiter abschließend.