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Wismar "Wissemara": Kogge startklar für Ostseetörn

Von Jzei | 11.06.2019, 20:00 Uhr

„Wissemara“ nimmt Kurs auf Stettiner Hafentage

Jetzt geht es für die Koggenfahrer und ihre mitsegelnden Gäste richtig los. Denn ein siebentägiger Törn mit mehr als 360 Seemeilen von Wismar nach Stettin und wieder zurück steht jetzt an. Am Mittwoch, 12. Juni, heißt es Leinen los. Zurück erwartet wird die hansestädtische Kogge am 18. Juni. „Wir hoffen auf günstigen Wind, um gut voranzukommen. Ansonsten könnte es noch einen Zwischenstopp in Stralsund geben“, sagt Peter Samulewitz. Der Koggenkapitän hat seine elfköpfige Crew schon auf den Kurs eingestimmt. Es geht entlang der Küste von Mecklenburg und Vorpommern, vorbei an Swinemünde auf Usedom und dann durch das Stettiner Haff. Am Liegeplatz angekommen, erwartet die Wismarer Koggenabgesandten ein dreitägiges Hafenfest.

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Fast alle der 27 Kojenplätze sind durch Crew und auswärtige Mitsegler belegt. Sie alle erhalten natürlich eine Vollverpflegung an Bord, werden von einer Köchin in der bordeigenen Kombüse verwöhnt. Ausgiebige Landgänge werden zudem dafür sorgen, dass Langeweile ein Fremdwort bleibt. Muss nur noch das Wetter mitspielen. Und das sorgte in den vergangenen Wochen überwiegend für kontinuierlich großes Mitsegelinteresse. Denn auch Kurztörns in See vermitteln immer wieder ein angenehmes Gefühl, verbunden mit schönen Erinnerungen auf den Spuren mittelalterlicher Seefahrt.

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"Wissemara"-Törn bei der Klassenfahrt

„Schön ist es auch zu erleben, wie sich Teamgeist angenehme Betreuungsrolle dieser eingespielten Besatzung auch auf die Stimmung der Gäste niederschlägt“, lobte ein gestandener Berufssoldat aus Havelberg. Er gehörte zur Elternbegleitung von mehr als 22 Schülern, die einen dreistündigen Törn im Rahmen ihrer mehrtägigen Klassenfahrt gebucht hatten. Die Siebtklässler des Diesterweg-Gymnasiums erlebten so Grundlagen der Seemannschaft, der Navigation und des allgemeinen Bordlebens auf so einem eher seltenen Seefahrzeug, wie der „Wissemara“ Kogge.

So in etwa muss sich das besondere Erlebnis der Fortbewegung unter dem großen Rahsegel in Zeiten der hanseatischen Seefahrt wohl zugetragen haben. Dass dabei Eintopf mit Bockwurst nicht wie früher bei Holzfeuer, sondern auf modernen Induktionskochplatten zubereitet wurde, sollte dabei als neuzeitlicher Kompromiss den Seefahrern auf Zeit ruhig zugestanden werden.

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