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Preisverleihung Wismarer kreiert speziellen Rollstuhl

Von chhe | 13.02.2014, 00:00 Uhr

Felix Lange gewinnt den Lilienthal-Designförderpreis 2013 / Zwei weitere Wismarer Studenten ebenfalls ausgezeichnet

Nachwuchsdesigner Felix Lange hat den Lilienthal-Designförderpreis 2013 gewonnen. Sein Rollstuhl „Parafree“ konnte die Jurymitglieder überzeugen. „Auf die Idee bin ich gekommen, weil mein Nachbar querschnittsgelähmt ist. Er ist nur ein halbes Jahr älter als ich. Das bringt einen schon zum Nachdenken“, so der Student der Hochschule Wismar, der sich in der Kategorie Produktdesign durchgesetzt hat. Das Grunddesign seines Trainings- und Alltagsrollstuhls hatte er bereits für seine Diplomarbeit entwickelt. „Im nachhinein habe ich aber den Entwurf noch einmal überarbeitet und verbessert“, so Felix Lange. Das Besondere an seiner Entwicklung ist, dass er das von modernen Bürostühlen bekannte Modell des „Aktiven Sitzens“ in seinen Rollstuhl integriert hat.

Nach Ansicht der Jury nutzt der Rollstuhl die dreidimensionalen Bewegungseigenschaften der menschlichen Bandscheibe als Thema. Außerdem bedient er sich in seiner Formensprache sportiven und agilen Elementen. Felix Lange ist sich jedoch auch der Schwierigkeiten bei der Vermarktung seiner Idee bewusst: „Es ist ein Nischenprodukt.“ Der Rollstuhl eigne sich nur bis zu einer gewissen Lähmungshöhe und für temporär Verletzte. Dennoch hat er seine Idee bereits drei Firmen vorgestellt, bisher jedoch ohne Erfolg. „Das zu erwartende Umsatzvolumen war den Firmen zu gering“, so Felix Lange. Er hofft aber auch weiterhin, „dass sich jemand findet, der daran Interesse zeigt.“

Zwei weitere Studenten der Hochschule Wismar wurde ebenfalls ausgezeichnet. Rieke Maasch bekam eine Anerkennung für ihren Entwurf einer neuartigen Gondel einer Windkraftanlage. Das Besondere: Dem Gestaltungskonzept liegt die Überlegung zu Grunde, die natürliche Luftströmung, die durch die Rotation der Rotorblätter entsteht, zur Kühlung zu nutzen und so elektrische Energie einzusparen. „Es war ein Projekt für einen Windkraftbetrieb. Zwei solche Windräder wurden auch schon gebaut, eines in Mecklenburg-Vorpommern und eines in Schleswig-Holstein“, so Rieke Maasch.

Richard Stickel bekam eine Anerkennung im Bereich des Förderpreises. Der Student der Hochschule Wismar hat speziell für Tablets ein „Wildtiermagazin“ entworfen. Der Jury gefiel das hohe Maß an Interaktivität sowie die Möglichkeit, auf spielerische Art die Welt der Wildtiere zu entdecken und viel über die Lebensweise und Gefährdungen zu erfahren. „Es ist ein rein digitales Magazin. Ich hoffe jetzt, dass es sich verstetigt“, so Richard Stickel.

Den Lilienthal-Designpreis dagegen sicherte sich Marco Pahl für die Konzeption der Dauerausstellung „Kraftwerk Peenemünde“ des Historisch-Technischen Museums Peenemünde. Die Jury würdigte die neu en Möglichkeiten für Besucher, erstmals Bereiche des Bauwerks zu begehen, die vorher nicht zugänglich waren. So werde eine Vorstellung vom großtechnischen Charakter, dem funktionalen Stil und dem technischen Standart der Anlagen vermittelt.

Die Preisverleihung fand im Anschluss an das dritte Designsymposium der Hochschule Wismar im Technischen Landesmuseum „Phantechnikum“ statt. Insgesamt 59 Beiträge wurden im Wettbewerb eingereicht. Aus diesen wählten die neun Jurymitglieder die vier Gewinner aus.