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Werdervorstadt Werder Ufer neu entdecken

Von Maren Ramünke-Hoefer | 02.12.2010, 01:57 Uhr

Das Ziel ist ehrgeizig: Die Schlosspromenade soll in den nächsten Jahren bis zum Stangengraben verlängert werden und Schwerinern Ausblicke aufs Wasser eröffnen, die über Jahre verborgen waren.

So luxuriös wie der breit gepflasterte Weg entlang der Graf-Schack-Allee wird sie aber nicht werden - der feuchte und bautechnisch schwierige Untergrund würde für so ein Vorhaben Unsummen verschlingen. Bei der ersten öffentlichen Bürgerbeteiligung stellten Schwerins Stadtplaner jetzt vor, wie sie sich die Flanierstrecke "Am Werder Ufer", dem 4,3 Hektar großen Areal zwischen Waisenhausgärten und altem Klärwerk, vorstellen.

Wer heute versucht, unterhalb der Bornhövedstraße an den See zu gelangen, stößt auf Zäune, Schuppen, verriegelte Vereinsgelände und hat nur eine Möglichkeit - nämlich die desolate Straße, auf der er gekommen ist, wieder zurückzugehen. Die Stadt möchte das gesamte Areal nun neu ordnen und aufwerten. Gut planen kann sie, weil die meisten Grundstücke ohnehin schon ihr gehören. Mit anderen Eigentümern wird zurzeit verhandelt, auch über einen Abkauf. "Das läuft sehr positiv", sagt Annegret Reinkober vom Stadtplanungsamt, betont aber, dass man sich für das Werder Ufer immer noch im Ideen -Stadium befinde. Der Plan bislang: Im gesamten Uferbereich wird es einen öffentlichen Spazierweg geben, der am Spielplatz "Am Werder" beginnt und in Richtung Gaststätte Angler II und Hafen führt. Die asbestbelasteten Garagen in dem Bereich sollen zum großen Teil abgerissen werden und Platz für dringend benötigte Parkplätze machen. Insgesamt könnten mit der Umgestaltung 60 neue Stellflächen entstehen. Die Wochenendhäuser hingegen sollen erhalten bleiben und sogar noch neue Nachbarn bekommen.

Der von Bäumen und Grünflächen flankierte Spazierweg führt schließlich weiter über den Sportboothafen - der mit Sitzflächen und einem öffentlich zugänglichen Steg attraktiver gestaltet werden könnte - hin auf das Gelände des Vereins Greif e.V. Um aus der Wasserkante in der Werdervorstadt ein neues Schweriner Kleinod zu machen, hat sich die Stadt eine erste Frist bis 2018 gesetzt. Zwei Millionen Euro Fördermittel sind schon bewilligt, insgesamt könnte die Umgestaltung 4,5 Millionen Euro kosten, schätzt Stadtplaner Andreas Thiel. Abgerundet wird das Werder Ufer durch Angebote wie Marina, Wassertankstelle und Caravanplatz, die fürs Klärwerksgelände angedacht sind.