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Baumhaus Weibliche Transformationen

Von NIHO | 19.02.2014, 00:32 Uhr

„Die Frau“ ist das wiederkehrende Thema in der neuen Ausstellung von Monika Pfeiffer im Wismarer Baumhaus

Ein neues Gesicht in der Wismarer Kunstlandschaft: Monika Pfeiffer zeigt seit Freitag Abend ihre „Transformationen“ im Baumhaus am Alten Hafen. Weibliche Transformationen – die Frau ist bevorzugtes Motiv der Künstlerin, die seit 2010 in Wismar lebt. Ein sinnlich lächelnder, rot leuchtender Frauenkörper schwebt in einem dunklen Meer, staunend kommt ihr ein Fisch bedrohlich nahe. Das Bild gehört zu den neusten Werken von Monika Pfeiffer. Lichtinstallationen – gemalt mit der Computermaus auf dem Bildschirm, dann auf Folie gedruckt und in die großen Lichtkästen gesetzt. Dazu Titel als Zitate. „Hinab glitt ich die Flüsse, von träger Flut getragen“ heißt zum Beispiel das Bild mit der Frau im Meer. Die Lyrik von Paul Verlaine oder Charles Baudelaire beispielsweise beeinflusst die Künstlerin und wird zum Bildtitel. Fünf solcher Lichtinstallationen hängen in einem Raum des Baumhauses. Dem Sterilen dieses Raumes stehen die Werke in allen anderen Räumen im Baumhaus gegenüber. Viel altes Holz, uralte Ziegel aus Frankreich, edle Bronzegüsse. Viel Leben. Seit Jahren arbeitet Monika Pfeiffer mit Pastell auf altem Holz. Hundert Jahre altes Eichenholz aus einer Bootswerft, alte Dielen mit den Spuren der Zeit. Das Holz durchlebt durch Monika Pfeiffer eben diese Transformation, wird vom achtlos weggeworfenem, übersanierten Baumaterial zum Kunstwerk.
Die Frau ist das wiederkehrende Thema auf diesem ungewöhnlichen Malgrund. Mit Pastellkreiden zeichnet Monika Pfeiffer Frauengesichter. Sie folgt den Spuren des Holzes - den Linien, der Maserung. „Ich denke mir vorher kein Thema aus, ich sehe es im Holz“, erzählt sie im Interview schon vor der Ausstellungseröffnung. Die Spuren des Holzes bleiben erahnbar, werden durch die Leichtigkeit der Pastellkreiden nicht übertüncht. Trotz der kräftigen Farbigkeit, mit der Monika Pfeiffer gerne arbeitet. Aus dem Liniengewirr des Holzes lässt sie ihre typischen Frauengesichter entwachsen. Langgestreckte, stolz aufragende, schmale, an Masken erinnernde Köpfe. Miteinander verwoben. Das Haar der einen wird zum Kopfschmuck der anderen.
„Bei meinen Ausstellungen in Frankreich wurde ich oft gefragt, wieso ich so oft Frauen thematisiere“, erzählt Monika Pfeiffer. Die aus Hessen stammende Künstlerin lebte bis zum Umzug nach Wismar 13 Jahre in Frankreich. Nun folgte sie der Tochter zurück in den Norden Deutschlands. Die Frau als Thema, als Motiv, weil dies der Künstlerin leicht fällt und nahe liegt. „Das ist auch ein Stück von mir.“ So wie ihre Bronzefiguren. Eine Gruppe Figuren frönt dem chinesischem Schattenboxen, dem Tai-Chi. Acht Figuren, eingefroren in der gleichen Bewegung - „der weiße Kranich breitet seine Flügel aus“. Auf dem ersten Blick wie Achtlinge, aber doch verschieden, jeder mit seiner Persönlichkeit.
Noch bis zum 9. März sind die Werke zu sehen, jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.