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Gadebusch-Rehnaer Zeitung Vorhang auf für Joachim Gauck

Von Dieter Schulz | 17.02.2012, 08:46 Uhr

Deutschland sucht den Bundespräsidenten.

Kaum hatte Christian Wulff seinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten erklärt, fiel der einstige Sympathie- und Hoffnungsträger der Union bereits dem Vergessen anheim. Das politische Berlin kreist nur noch um eine Frage: Wer wird der oder die Neue im Schloss Bellevue?


Die Bundeskanzlerin hat vom Ansehensverlust des Bundespräsidenten massiv profitiert. Viele mögen mit der Politik von Angela Merkel nicht immer einverstanden sein, ihre Persönlichkeit jedoch wird respektiert. Wohl auch, weil eine Wulffsche Schnäppchenmentalität bei Merkel undenkbar ist.


Doch jetzt kommt die Nagelprobe. Horst Köhler und Christian Wulff waren Kandidaten der Kanzlerin, beide mit klarer CDU-Bindung. Beide aber waren letztlich den Anforderungen an das Amt nicht gewachsen. Der nächste Kandidat muss also der richtige sein und zudem auf Grund der äußerst knappen Mehrheit im Bundesrat auch jemand, der überparteilich Zustimmung findet. Natürlich können die jetzt sofort gehandelten Ursula von der Leyen, Wolfgang Schäuble oder Thomas de Maiziere Bundespräsident werden. Aber eigentlich sind die drei im Kabinett unverzichtbar.

Da Bundestagspräsident Norbert Lammert nicht zum engeren Kreis der Kanzlerin zählt, könnte die aus der Not eine Tugend machen und einen überparteilichen Kandidaten ins Rennen schicken. Die Bereitschaft mit SPD und Bündnisgrünen über die Wulff-Nachfolge zu sprechen, hat die Kanzlerin schon signalisiert und dabei bewusst oder unbewusst die Linkspartei vergessen. Die Gysitruppe verhinderte einst die Wahl von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten und lehnt ihn weiter ab. Für alle anderen ist der Rostocker eine hochgeachtete Persönlichkeit. Das weiß auch Merkel.