Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Verrückte Eiskreationen aus Klütz Vom Ziegeneis bis zum FDJ-Saft

Von HGL | 17.08.2015, 06:30 Uhr

In Klütz können Sie neben Bio-Säften und heimischen Obstbränden die wohl verrücktesten Eiskreationen des Nordens genießen

Es sieht aus wie Eis. Es schmeckt wie Eis. Und dann ist es auch noch Eis! – In der Schlossstadt Klütz können Sie die wohl verrücktesten Eiskreationen des Nordens genießen. Von Schafsmilch-Eis mit rosa Pfeffer oder Ziegenmilch-Vanille über Wasserbüffelmilch-Nougat bis zu Erdbeereis aus vergorener Stutenmilch. Klingt spannend, verrückt, aber irgendwie auch nach „Igitt, wie soll das denn schmecken?“.

„Viele Einheimische haben wir bereits überzeugt. Kein Wunder, denn wir verwenden wirklich nur absolut frische und reife Zutaten“, sagt Johann Volk. Der 60-Jährige ist Inhaber des Cafés „ La Lecheria“, das sich im Westflügel der alten Molkerei in den vergangenen drei Jahren bereits über den Klützer Winkel hinaus einen Namen gemacht hat. Doch nicht nur das: Was im Jahr 2012 begann, fand nur wenige Monate später seine Fortsetzung mit der „Klützer Mosterei“ und Pfingsten dieses Jahres sogar mit einer eigenen Brennerei.

Schnell wird auch hier klar, dass dem gelernten Zahntechniker ein Einheitseinerlei à la Saftladen fremd ist. Hauseigene, sortenreine Direktsäfte und Liköre, hergestellt aus heimischen Früchten, unter anderem aus dem alten Küchengarten von Schloss Bothmer, stehen auf der Bestellliste seiner Mosterei. „Gut 200 Obstbäume und -sträucher haben wir allein dort zu stehen. Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Sauerkirschen, aber auch Brombeeren ernten wir so quasi direkt vor unserer Haustür, Sanddorn bekommen wir von der Sanddorn-Manufaktur ,Storchennest’ aus Ludwigslust. Diese Regionalität ist uns wichtig“, erzählt der kreative Unternehmer. So werde es bei ihm mit Sicherheit keinen Apfel-Mango-Saft geben, auch wenn dieser momentan sehr angesagt ist. „Warum soll ich irgendwo aus Indonesien Mangos kaufen, wenn ich die schönsten heimischen Früchte in unseren Gärten finden kann?“

Wenn die Bäume eine reiche Ernte versprechen, haben Besucher des Hofladens in der alten Molkerei ab Mitte September vielleicht sogar das Glück, mit dem „Erwin Bauer FDJ-Apfel“ den Saft einer ganz besonderen Apfelsorte zu erstehen. „Ein Pomologe hat uns diese Geschichte erzählt, dass der Erwin Bauer-Apfel zu DDR-Zeiten den Namen ’FDJ-Apfel’ bekommen sollte. Es gab damals wohl auch Bemühungen, einen ,Fünf-Jahresplan-Apfel’ auf den Markt zu bringen. Aber dagegen gab es dann doch zu viele Widerstände, so dass diese Pläne aufgegeben wurden“, sagt Johann Volk. Als Marketing-Instrument taugt die Idee aus den 60-er Jahren dennoch. Denn besagter FDJ-Apfelsaft ist in der „Klützer Mosterei“ ein absoluter Verkaufsschlager.

Und weil bekanntlich rostet, wer rastet, tüftelt Johann Volk schon an seiner nächsten Idee: „Vielleicht bringen wir im nächsten Jahr ein Fruchteis am Stiel auf den Markt. Einzige Zutat: Pürierte Früchte.“. Klingt spannend, verrückt, und schon jetzt nach „Hmm, schmeckt das gut!“.