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Zuwachs Verstärkung für den Einzelhandel

Von vobo | 14.02.2014, 00:00 Uhr

Geschäft mit Kinderbekleidung öffnet in der Gadebuscher Innenstadt

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: kleine Jäckchen müssen sortiert, Kinderhosen aufgehängt, winzige Pullis gefaltet werden. Denn in rund drei Wochen muss in dem hellen Ladenlokal an der Gadebuscher Lübsche Straße alles fertig sein: Am 5. März eröffnet Marcel Ziemens sein Geschäft „hand in hand – Kid’s Secondhand“. Auf Kommission können hier gebrauchte Kinderbekleidung, Babyzubehör und Spielsachen zum Verkauf abgegeben werden, die ursprünglichen Eigentümer erhalten 40 Prozent des Verkaufspreises.

Die Idee, beschreibt Ziemens Lebensgefährtin Yvonne Wilhelm, sei vor allem aus ganz praktischen Gründen entstanden: „Weil uns aufgefallen ist, dass es schade ist, wenn die viel zu guten Sachen unserer eigenen Kinder nicht mehr passen und nicht mehr getragen werden.“ Ein Trend zu Second Hand, so Wilhelm, sei feststellbar, zudem gingen viele Menschen bewusster mit ihren Finanzen um. „So kann auch Kunden mit kleinem Geldbeutel Qualität angeboten werden, außerdem ist es ökologisch ja auch sinnvoll, wenn Sachen von mehreren Kinder-Generationen genutzt werden.“ Zudem sollen die Schaufenster des Geschäftes Näh-, Strick- und Häkelkünstlern die Möglichkeit geben, ihre selbstgefertigten Werke auszustellen und zu verkaufen.

Die Eröffnung ist indes auch ein klares Bekenntnis zu Gadebusch und seinem Einzelhandel: „Wir leben alle hier im Umkreis“, sagt Christine Groß, die künftig im Geschäft verkaufen wird. Sie wollten, fügt Yvonne Wilhelm hinzu, auch die Altstadt mit ihrem großen Leerstand etwas beleben. Es ist ein Bekenntnis, das Bürgermeister Ulrich Howest freut: „Wir freuen uns natürlich sehr über jeden Gewerbetreibenden, der sich hier ansiedelt und bieten im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne Hilfestellungen. Für uns ist das auch ein Zeichen, dass die Stadt nicht unattraktiv ist“, so Howest. Zugleich sei der Zu- beziehungsweise Wegzug von Gewerbetreibenden für die Stadt nur schwer zu beeinflussen: „Die Infrastruktur ist gut, speziell in der Lübschen Straße ist auch die Straße gemacht. Doch letzten Endes müssen die Gewerbetreibenden immer eine Existenzgrundlage erzielen.“

Es ist ein Bekenntnis, das auch die umliegenden Einzelhändler freut. „Jeder neue Laden ist eine Bereicherung“, sagt Silvana Steinberg. In den vergangenen zwölf Jahren, seit sie im Bekleidungsgeschäft Jeans-Farm arbeitet, hat sie viele Einzelhändler verschwinden sehen. „In den vergangenen Jahren sind ja kaum noch Läden hinzu gekommen, sondern immer nur welche weggegangen, Schlecker beispielsweise, der Sportladen oder die kleine Drogerie.“ Jeder Laden, der hinzu komme, locke natürlich auch wieder mehr Kunden in die Altstadt - und damit auch in die anderen Geschäfte. Eine Einschätzung, die Sylvia Lorenz, Mitarbeiterin des Schuhgeschäfts Schuh-Point, teilt: „Das ist natürlich positiv, wenn ein neues Geschäft aufmacht. Denn in den vergangenen Jahren sind die Kunden zunehmend woanders hingefahren.“ Auch Jörg Möller, Inhaber von Uhren und Schmuck Möller, weiß um die Schwierigkeiten des Einzelhandels in der Kleinstadt: „Alles, was nicht leer steht, hilft natürlich.“ Im neuen Ladenlokal ist indes noch einiges zu tun. Mit dem modernen Kassensystem erhalten alle Kleidungsstücke einen scanbaren Bon, aus dem der ursprüngliche Eigentümer ausgelesen werden kann und Beträge bei Verkäufen automatisch gut geschrieben werden. Derzeit sind Ziemens und seine Mitstreiter noch auf der Suche nach Jungenbekleidung in sowie Mädchenbekleidung ab Größe 110. Wer etwas abzugeben hat, kann sich telefonisch unter 0151-55 70 60 12 melden.