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Artenschutzstation in Dorf Nesow Tierherberge öffnet für Falken, Eulen & Co

Von Volker Bohlmann | 30.11.2012, 06:44 Uhr

Die Bewohner des Storchenhofes "Ciconia" bekommen tierischen Zuwachs: Eule, Mauersegler, Turmfalken und Fledermäuse bekommen an einem ganz besonderen Ort auf dem Hof einen neuen Unterschlupf.

Alte Bausubstanz zu bewahren, das rechnet sich. In Dorf Nesow erwarten zumindest die Bewohner des Storchenhofes "Ciconia" im kommenden Jahr tierischen Zuwachs. Eule, Mauersegler , Turmfalken und Fledermäuse finden jetzt im sanierten Trafohaus einen Unterschlupf oder gar die Möglichkeit zum Brüten und Aufzucht des Nachwuchses.

Über die neue Herberge für Tiere freuen sich nicht allein Monika Kröbler-Reh und Monika Reh als Betreiber des Ferienhofes. Gerd Schriefer vom Förderverein Biosphäre Schaalsee und dessen Vorsitzender Robert Paeplow sind begeistert, das nunmehr vierte Trafohaus eines Energieversorgers im Sinne des Artenschutzes hergerichtet zu haben. "So etwas gelingt nur mit Unterstützung zahlreicher Privatpersonen und Firmen. Die Resonanz auf unseren Aufruf im Frühjahr war beachtlich. Die Unterstützer kommen aus der Region, aus Ratzeburg und sogar aus Köln", sagt Schriefer. Neu mit im Boot und sehr interessiert an weiteren gemeinsamen regionalen Projekten ist Ralf Lüthje. Der Geschäftsführer des Hass und Hatje Bauzentrums mit Baumarkt in Gadebusch stellte das Baumaterial für die neue Tierherberge bereit. "Ich sehe die Möglichkeit, weitere gemeinsame Wege zu beschreiten", so Lüthje beim Termin vor Ort. Dort werkelten Schüler der Rangergruppe der Schule Schlagsdorf gemeinsam mit Ranger Mario Axel am neuen Insektenhotel. "Mit zwölf Schülern der zweiten bis sechsten Klasse erarbeiten wir solche Projekte. In dem neuen mit Lehmboden, Holz und Heu gestalteten Insektenhotel finden Spinnen, Florfliegen und Marienkäfer einen Unterschlupf", so Axel.

Ein neues Herbergsangebot im Urlaubsgebiet Schaalseeregion, das sich sehen lassen kann, meinen die beiden Bewohnerinnen des Storchenhofes. Auf ihrem Engagement fußt letztlich der Erfolg des Projektes auf dem privaten Grundstück. "Bei der Vorstellung der Pläne durch den Förderverein war uns sofort klar, hier wird nichts abgerissen. Unser Angebot an die Wemag, uns den Turm für 500 Euro zu überlassen und im Gegenzug die Abrisskosten einzusparen, fand allerdings keine Unterstützung. Somit haben wir das Trafohäuschen für 1,19 Euro gekauft und überstellen es dem Förderverein der Biosphäre zur Nutzung im Sinne des Naturschutzes", sagt Monika Kröbler-Reh.

Damit die Artenschutzstation den Anforderungen künftiger Bewohner entspricht, legte das Bauunternehmen Begerow Hand an. Ihr Arbeitsauftrag bestand im Einziehen von Zwischendecken bis zu Mauerdurchbrüchen für die Ein- und Ausflugschneisen.

Reger Flugverkehr dürfte allerdings erst mit dem Frühjahr 2013 einsetzen. Bis dahin, hat die Igelfamilie auf dem Grundstück der beiden Nesowerinnen Platz und ausreichend Ruhe, das Winterquartier im Erdgeschoss zu beziehen.