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Gadebusch-Rehnaer Zeitung Starker Staat

Von Rasmus Buchsteiner | 03.09.2009, 07:47 Uhr

Immer wieder Entsetzen, immer wieder große Ratlosigkeit - doch meist erst dann, wenn es längst zu spät ist.

Die Antwort auf Eltern, die ihre eigenen Kinder vernachlässigen, schlagen, verhungern lassen, ist ein starker Staat. Keiner, der Väter und Mütter unter Generalverdacht stellt. Aber schon einer, der genau hinschaut und dafür sorgt, dass Alarmzeichen früh erkannt werden können. Frühe Hilfen - seit einiger Zeit gibt es in Deutschland hervorragende Pilotprojekte unter dieser Überschrift. Bei Modellversuchen darf es aber nicht bleiben. Flächendeckende Angebote müssen her. Nach der Bundestagswahl muss das Thema Kinderschutz auf der Tagesordnung bleiben. Verbindliche Einladungen zu Vorsorgeuntersuchungen, ein größerer Handlungsspielraum für Familiengerichte - einiges, was sinnvoll ist, hat die Große Koalition auf den Weg gebracht. Doch einiges ist auch am Parteienstreit gescheitert, das geplante Kinderschutzgesetz zum Beispiel. An einem fatalen Missstand hätte es aber kaum etwas geändert - der Überlastung der Jugendämter. Oftmals stapeln sich die Akten, für den Einzelfall bleibt kaum Zeit und es wird mitunter auch versäumt, wichtige Informationen weiterzugeben. Solche Zustände passen nicht zu einem Staat, der beim Kinderschutz stark sein möchte.