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Medizinische Versorgung NWM Sorge um Krankenhaus-Standorte

Von MICA | 06.08.2015, 12:00 Uhr

Kommunalpolitiker fürchten Herabstufung einzelner Kliniken zu Gemeinde-Gesundheitszentren

Bahnt sich in MV nach der Gerichtsstrukturreform nun auch das Aus kleinerer Kliniken an? Diese Sorge treibt derzeit Kommunal- und Landespolitiker zwischen Wakenitz und Oder um. Denn der Enquetekommission des Landtages liegt eine Studie der HGC GesundheitsConsult GmbH vor, die Zukunftsszenarien für das Pflege- und Gesundheitssystem im Jahr 2030 und konkrete Handlungsoptionen für verschiedene Raumkategorien entwickelt und öffentliche Kostenwirkungen abschätzt.

Von 37 Krankenhäusern haben demnach 25 weniger als 200 Betten, sogar neun weniger als 100. Viele könnten daher künftig die verlangten Mindestmengen an Behandlungen und Operationen nicht mehr erreichen, hieß es. Die Gutachter hatten deshalb vorgeschlagen, zwei bis drei Zentren der Hochleistungsmedizin einzurichten und zehn bis 14 Regionalkliniken mit bis zu 500 Betten fortzuführen. Kleinere Häuser sollten zu ambulanten Gemeinde-Gesundheitszentren umfunktioniert werden.

Folgen könnte die Umsetzung dieser Vorschläge auch für den Landkreis Nordwestmecklenburg haben, wo es derzeit zwei Krankenhäuser an den Standorten Wismar und Grevesmühlen gibt. Vor allem Kommunalpolitiker in Grevesmühlen machen sich Sorgen um die Zukunft des DRK-Krankenhauses in der ehemaligen Kreisstadt. Knapp 28,5 Millionen Euro wurden dort in einen Neubau investiert, der im Dezember 2000 die ersten Patienten aufnahm. Inzwischen werden dort jährlich ca. 5500 Patienten stationär und 6800 Patienten von rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ambulant behandelt und betreut. Mit Sorge verfolgt Claus Adamoschek vom Sozialverband VdK Mecklenburg-Vorpommern e.V. die Diskussion um die zukünftige medizinische Versorgung in der Fläche. „Es wird immer mehr ältere Menschen geben, die auf eine wohnortnahe medizinische Versorgung angewiesen sind. Ich bin daher strikt dagegen, dass etwas zerstört wird, was auch mit Steuergeldern mühsam aufgebaut wurde. Eine medizinische Versorgung im ländlichen Bereich ist enorm wichtig.“

Ähnlich sieht es der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Schubert: „Die medizinische Versorgung darf sich nicht allein an wirtschaftlichen Zwängen orientieren.“ Für die CDU-Fraktion stehe fest, dass nicht nur in den Oberzentren die Grund- und Regelversorgung sichergestellt bleiben müsse. „Keine Region darf dabei abgehängt werden“, betonte Schubert.