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Gadebusch Sextett radelt für guten Zweck

Von mata | 05.08.2015, 10:44 Uhr

Teilnehmer wollen auf der Mut-Tour 2015 auf Depressionskrankheit aufmerksam machen

Um auf die Krankheit Depression aufmerksam zu machen, radelten jetzt drei Tandemteams von Wittenberge über Bad Kleinen bis nach Wismar und Lübeck, wo sie allen Interessierten immer wieder Rede und Antwort standen. 200 Kilometer legten die sechs Teilnehmer in vier Tagen zurück und sprachen dabei immer wieder offen gemeinsam und auch mit Spaziergängern über ihre Erfahrungen mit der tückischen und schwer erkennbaren Krankheit.

„Eine Weile kann man das überspielen, niemand erkennt das. Erst, wenn man die Krankheit auch wirklich erkannt hat, kann man sich helfen lassen“, erzählte die Bonner Studentin Alina Hahn. Sie litt an Depressionen, hat die Krankheit jetzt allerdings im Griff. „Es ist schwer, wenn die eigenen Verwandten immer fragen, was man hat und ob man nicht irgendwo mit hin möchte. Man will sich nur noch in die letzte Ecke verkriechen und seine Ruhe haben. Spätestens dann ist es soweit“, weiß die Bonnerin. Sie war genauso wie die Pfälzerin Susann Thomas dem Aufruf von Organisator Sebastian Burger gefolgt, an der Mut-Tour teilzunehmen und 200 Kilometer lang mit dem Tandem eine der insgesamt acht Etappen hinter sich zu bringen. „Ich habe dafür extra ein paar Tage Urlaub genommen und hoffe, mit dieser Aktion jede Menge Leute zu erreichen. Dafür brauchen wir die Medien, denn diese Krankheit ist nur sehr schwer zu erkennen“, sagte die ebenfalls betroffene Laumersheimerin. Keinerlei Erfahrung mit Depressionen hingegen hatte Verena Müller aus Bremen. Trotzdem wollte auch sie dabei sein. „Wir strampeln uns hier für eine gute Sache ab. Deshalb bin ich mitgekommen“, erzählte sie.

„Ich hoffe, dass wir mit dieser über insgesamt 2000 Kilometer führenden Radtour möglichst viele Menschen erreichen“, sagte Organisator Sebastian Burger. Er leite diese Aktion, die unter anderem von der Aktion Mensch, der Deutschen Depressionsliga e. V., der Rentenversicherung und der Techniker Krankenkasse unterstützt wird. Seit 2012 gibt es die Mut-Tour, wobei alle zwei Jahre etwa 7000 Kilometer auf der großen und dann wieder etwa 2000 Kilometer auf der kleinen Mut-Tour wie in diesem Jahr zurückgelegt werden. Versorgt wird sich spontan, genauso wird auch die Übernachtung geregelt. „Wir hatten das Glück, während unserer Tour hier immer wieder in Pfarrhäusern unterzukommen. Aber wir haben auch Zelte mit“, erzählte Burger. Der selbst ist von Anfang an dabei und wird die Tour auch 2016 wieder leiten und alle 7000 Kilometer unter den Sattel nehmen.