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Gadebusch: Streit verzögert Instandhaltung erneut Schloss-Sanierung nicht in Sicht

Von Steffen Oldörp | 23.09.2011, 07:20 Uhr

Die Kirche, das Rathaus und das Schloss im Kunstführer als die Sehenswürdigkeiten von Gadebusch angepriesen. In die Kirche kommen die Besucher, auch ins Rathaus. Doch beim Schloss stehen sie vor verschlossenen Türen.

Die Kirche, das Rathaus und das Schloss werden Besuchern im Kunstführer als die Sehenswürdigkeiten von Gadebusch angepriesen. In die Kirche kommen die Besucher, auch ins Rathaus. Beim Schloss allerdings stehen sie vor verschlossenen Türen. "Im Moment liegt es am Schlossherrn, weil er noch keine Kosten vorgelegt hat für die Fassadensanierung", sagt Rommy Elßner vom Bauamt in Gadebusch.

Der Schlossherr - das ist Herbert Freis leben aus Baden-Württemberg. Er möchte sich nicht zum Schloss äußern, hat die Nase voll. Denn seit Jahren geht die Sanierung des Schlosses nicht weiter. Die Schuld dafür schiebt er den Denkmalschützern zu. Ein Streitpunkt: die Fenster. Der Schlossherr wollte Fenster einbauen, die nach innen öffnen. Die Denkmalschützer forderten dagegen Fenster, die nach außen öffnen, sagt Andreas von Boetticher vom Denkmalschutzamt des Kreises Nordwestmecklenburg. "Der Bauherr sagte sofort, dass kommt für ihn gar nicht in Frage. Man kann Fenster nicht putzen, wenn man sie nach außen schlägt, womit er aber auch schon irgendwo Recht hat, wenn man vor allem an das Obergeschoss denkt", so von Boetticher.

Die Fenster müssten dann von einem Gerüst oder einem Spezialkran aus gereinigt werden. Das geht nicht, sagt der Schlossherr - zu teuer. Erst seine Drohung, das Schloss gar nicht mehr zu sanieren, führte zu einem Kompromiss. Der lautete: Die Fenster dürfen sich nun doch nach innen öffnen, müssen dem Original aber sehr ähnlich sein. "Und wärmetechnisch trotzdem den Standard haben, den man heute haben möchte. Das war das Problem. Es musste deshalb mit einem Musterfenster ausprobiert werden", sagt von Boetticher. Doch selbst als das eingebaut war, ging es nicht weiter.

"Jetzt stellte der Sanierungsträger der Stadt Forderungen", sagt Rommy Elßner. Für die Fenster alleine sollte es keinen Zuschuss geben. "Nur wenn Fenster und die baufällige Fassade der Nordseite zusammen saniert werden, fließen bis zu 50 Prozent Fördermittel - sonst nicht", so Elßner weiter. Seitdem herrscht Funkstille zwischen Stadt und Schlossherrn.

Wie es weiter geht, ist unklar. Fest steht: Schlossherr Freisleben muss sich beeilen. Sonst wird die Sanierung für ihn teurer als geplant. Denn Städtebaufördermittel bekommt Gadebusch nur noch bis zum nächsten Jahr.