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Unternehmer will mit Abwärme Getreide am Bahnhof trocknen Rehna unterstützt Projekt Kraftwerk

Von Volker Bohlmann | 20.10.2011, 07:40 Uhr

Auf dem Gelände eines Getreidelagers am Bahnhof von Rehna soll ein Blockheizkraftwerk entstehen. Zukünftig soll dort Getreide unter Nutzung von Biogas getrocknet werden.

Die Nutzung von erneuerbaren Energien soll vor Rehnas Stadttoren nicht Halt machen. Das bekräftigte der Bauausschuss der Kommune auf seiner jüngsten Sitzung und votierte einstimmig für die Realisierung eines Blockheizkraftwerkes auf dem Gelände eines Getreidelagers am Bahnhof von Rehna. Nach SVZ-Informationen entwickelt Unternehmer Klaus Babbe für den Standort ein Konzept zur Trocknung von Getreide unter Nutzung von Biogas. Nach der Zustimmung durch den Bauausschuss wird jetzt der Landkreis abschließend über das Projekt befinden.

Nach bisherigen Planungen soll das so genannte Satelliten-Blockheizkraftwerk in eine der Hallen eingehaust und über eine Mikroleitung aus einer Bülower Biogasanlage mit Energie versorgt werden. Mit der bei der Verstromung von Biogas anfallenden Abwärme lässt sich die Trocknung von Getreide realisieren. Die Abwärmenutzung ist eine wesentliche Voraussetzung, um zukünftig Biogasanlagen in Betrieb nehmen zu können.

Inwieweit das Vorhaben Getreidetrocknung als eine Art Initialzündung für das vor Jahren diskutierte Projekt Fernwärme für Rehnas Wohnblöcke fungiert, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Gemeinde Königsfeld und damit auch der Ort Bülow, sehen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rehna ihre Zukunft als Bioenergiedorf. Eine entsprechende Absichtserklärung veröffentlichte die Gemeinde Königsfeld mit Bürgermeister Klaus Babbe im vergangenen Jahr. Im Mai dieses Jahres unterzeichneten Königsfeld und die Landgesellschaft Leezen einen Vertrag zum Projekt "Bioenergiedörfer M-V". Im Mittelpunkt des Vorhabens steht eine Machbarkeitsstudie zur umfassenden Nutzung von erneuerbaren Energien. Dazu zählen unter anderem neben Biogas, die Nutzung von Festbrennstoffen, Photovoltaik und Solarbauteilen. Ergebnisse einer durchgeführten Haushaltsbefragung in allen Ortsteilen sollen Auskunft über das grundlegende Interesse zur Nutzung erneuerbarer Energien dienen. Vor dem Hintergrund der vom Bund beschlossenen Energiewende werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie auf regionaler Ebene mit Spannung erwartet. Dirk Groth, Mitarbeiter Bauamt Rehna, geht davon aus, "dass die Ergebnisse zum Gemeinschaftsvorhaben ,Bioenergiedörfer M-V im November vorliegen". An diesem Ziel wolle man festhalten, so auch Holger Görtemöller von der Landgesellschaft Leezen gegenüber der SVZ: "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Ergebnisse im November der Gemeinde Königsfeld vorzustellen."

Bereits jetzt kristallisiert sich heraus, dass das Interesse der einzelnen Haushalte unterschiedlich ausfällt. Eine besondere Akzeptanz erfährt allerdings die Wärmenutzung in größeren Orten wie Bülow und Groß Rünz. "Wir wollen mit der Studie verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung von Energie vorstellen", sagt Görtemöller. Ein Weg, den das Land unterstützt. Das Landwirtschaftsministerium fördert die Machbarkeitsstudie.